Wirtschaft

Deutsche Bank Zweifel an Stimmrechtsmitteilungen von HNA

Aufsicht durchleuchtet chinesischen Großaktionär

Frankfurt.Seit Februar ist der chinesische HNA-Konzern mit einem Anteil von 9,9 Prozent größter Aktionär der Deutschen Bank – jetzt droht dem Investor Ärger mit der Finanzaufsicht BaFin. Deren Experten haben offenbar Zweifel daran, dass die Chinesen ihre Stimmrechte korrekt angegeben haben. Die BaFin prüft – auch wenn sie es bislang nicht offiziell bestätigt –, ob die Angaben richtig waren und sind und ob HNA-Gründer Chen Feng nicht die anderen Großaktionäre seines Unternehmens hätte angeben müssen. Bei HNA heißt es: Die Stimmrechtsangaben im Bezug auf die Deutsche Bank waren und sind korrekt.

Die Zweifel bei der Deutschen Bank sind aber wohl erheblich, wie am Finanzplatz Frankfurt insgesamt. HNA soll seine Beteiligungen an mehreren renommierten Konzernen im In- und Ausland vor allem auf Pump finanziert haben. Im Sommer hatte HNA, das sich bislang vor allem auf Fluglinien und Tourismus konzentriert, den chronisch defizitären Billig-Flughafen Hahn im Hunsrück übernommen.

Die jetzt eingeleitete Untersuchung der BaFin folgt auf ähnliche Feststellungen der Übernahmekommission in der Schweiz. Dort habe HNA bei der Mehrheits-Übernahme des Caterers Gategroup im vergangenen Jahr geschummelt, heißt es im Nachbarland. Bei Gategroup habe HNA Strohmänner als Großaktionäre gemeldet. Tatsächlich sollen HNA-Gründer Feng und weitere Einzelaktionäre des Konzerns die Kontrolle haben. HNA wurde mit einer Geldbuße von 50 000 Franken belegt. In eine ähnliche Richtung laufen jetzt offenbar auch die Untersuchungen der BaFin.

Sonderermittler verlangt Auskunft

Auch an anderer Stelle beschäftigt das größte deutsche Geldhaus die Behörden. Die Deutsche Bank soll den US-Behörden einem Zeitungsbericht zufolge Einblick in ihre Geschäftsbeziehungen zum Umfeld von Präsident Donald Trump geben. Eine entsprechende Aufforderung des US-Sonderermittlers Robert Mueller, der die Einflussnahme Russlands und mögliche Absprachen mit der Trump-Kampagne im US-Wahlkampf untersucht, sei schon vor einigen Wochen bei der Deutschen Bank eingegangen. Das berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf informierte Kreise. Ein Sprecher der Bank wollte sich nicht dazu äußern. (mit dpa)