Wirtschaft

Luftfahrt Branchenvertreter und Politik beschließen bei Gipfeltreffen 25 Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit

„Ausmaß an Flugausfällen nicht mehr akzeptabel“

Hamburg.Passagiere sollen sich künftig auf ihre Flüge besser verlassen können: Hochrangige Vertreter von Bund, Ländern und der Luftverkehrswirtschaft haben sich gestern in Hamburg auf eine Reihe von Maßnahmen verständigt, um Missstände im Luftverkehr aufzuräumen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte, sein Unternehmen werde zusätzliche Flugzeuge und Crews an den großen deutschen Flughäfen bereitstellen und insgesamt 600 zusätzliche Stellen für die Verbesserung der Qualität schaffen. Die Lufthansa habe in diesem Sommer rund 250 Millionen Euro für Zahlungen an die Passagiere ausgegeben und sei bereit, die gleiche Summe zu investieren.

Mehrere Teilnehmer des Luftfahrt-Gipfels betonten, dass alle Beteiligten ihren Beitrag zu Verbesserungen im Luftverkehr leisten müssten. „Wir haben ein Ausmaß an Verspätungen und Flugausfällen, das nicht mehr akzeptabel ist“, sagte der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher.

Der Luftverkehr sei ein komplexes System mit vielen Akteuren. „Die gute Nachricht ist, dass wir deshalb auch an vielen Stellen ansetzen können.“ Es sei die feste gemeinsame Verabredung aller Teilnehmer, die Kapazität des Luftverkehrs in Deutschland deutlich zu erhöhen.

„Ich bin sehr zufrieden, dass wir einen wichtigen Schritt gemeinsam gegangen sind“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Es werde nicht der letzte sein. Noch bevor im nächsten Jahr der Sommerflugplan in Kraft tritt, soll sich eine ähnliche Runde noch einmal treffen und eine erste Zwischenbilanz ziehen. „Am Himmel wird es eng, und das spüren wir“, sagte der Verkehrsminister.

Mehr Lotsen in Ausbildung

Die von den Teilnehmern beschlossenen Maßnahmen sehen unter anderem vor, mehr Fluglotsen auszubilden, sie von Sonderaufgaben zu entlasten und flexibler einzusetzen. Das System der Sicherheitskontrollen, das an anderen europäischen Flughäfen weitaus effektiver arbeitet, soll auf den Prüfstand gestellt werden. Bislang ist die Bundespolizei für die Personenkontrollen zuständig, die wiederum private Dienstleister beauftragt.

Die von Verbraucherschützern und Politikern geforderte Stärkung von Fluggastrechten stand nicht im Mittelpunkt des Gipfels. Vielmehr gehe es zunächst darum, Verbesserungen innerhalb des Systems zu erreichen, um die Leistungsfähigkeit zu verbessern, sagten mehrere Teilnehmer. „Wir müssen nicht nur die aktuellen Kapazitätsanforderungen erfüllen, sondern auch die der Zukunft“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Dieter Scheurle. dpa

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