Wirtschaft

Reisemesse CMT Land stellt mehr Geld für Werbung und Infrastruktur bereit / Branche peilt 2019 erneut Rekordjahr an

Baden-Württemberg erhöht Tourismusförderung

Stuttgart.Baden-Württemberg steckt Millionen in die Förderung von touristischer Infrastruktur und Marketing. Noch nie investierte eine Landesregierung so viel Geld in die Tourismusförderung wie im aktuellen Doppelhaushalt. Das hat seinen Grund: Die Gäste strömen in den Südwesten, auch die Baden-Württemberger selbst machen gerne Urlaub im eigenen Bundesland. Die Branche wird daher als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger.

Hoher Umsatz, viele Arbeitsplätze

Der Tourismus in Baden-Württemberg schreibt ein Rekordjahr nach dem anderen, die Branche im Land setzt rund 25 Milliarden Euro im Jahr um und sichert knapp 400 000 Arbeitsplätze. Noch liegen die Zahlen für 2019 nicht vor, doch Tourismusminister Guido Wolf (CDU) rechnet mit einem weiteren Rekordjahr. „Das schlägt sich im Haushalt nieder, wir nehmen richtig viel Geld in die Hand“, sagte Wolf am Montag beim Tourismustag Baden-Württemberg auf der Reisemesse CMT.

Die Tourismusmarketing-Gesellschaft des Landes, TMBW, kann künftig über jährlich zehn Millionen Euro statt bislang sechs Millionen verfügen; zudem wurden die Mittel im Tourismus-Infrastrukturprogramm von fünf Millionen Euro im Jahr 2016 auf zehn Millionen jährlich ab 2020 verdoppelt. Der Südwesten setzt auf Qualität und ein herausragendes kulinarisches Angebot. Auch Nachhaltigkeit und der klimapolitisch sinnvolle „Urlaub daheim“ spielen eine deutlich stärkere Rolle.

„Touristische Angebote machen viele, aber Erfolg braucht Alleinstellungsmerkmale. Und das Thema Genuss ist ein entscheidender Faktor. Allein ein Viertel der deutschen Spitzenrestaurants befinden sich im Land“, so Wolf. Zudem setzt das Land mit naturnahen Angeboten auf die wachsende Nachfrage im Outdoor-Segment.

Dass die Jahr um Jahr steigenden Besucherströme mancherorts auch zum Problem werden können und sich vor Ort Widerstand gegen die Touristenmassen regen könnte, räumt Wolf auf Nachfrage zwar ein. „Temporär und lokal gibt es eventuell auch das Gefühl, den Ansturm nicht mehr bewältigen zu können, etwa mancherorts am Bodenseeufer oder in der Heidelberger Altstadt“, nennt Wolf zwei Beispiele. Darauf könne aber durchaus vor Ort reagiert werden. „Baden-Württemberg leidet nicht unter ,overtourism’, unter zu viel Tourismus,“ stellt Wolf klar, „aber Erfolg heißt nicht, dass es jedes Jahr mehr wird, sondern qualitativ besser.“

2019 könnte für den Tourismus in Baden-Württemberg das neunte Rekordjahr in Folge werden. Bis Ende November wurden rund 22 Millionen Ankünfte – angemeldete Touristen und Geschäftsreisende – und etwa 53,5 Millionen Übernachtungen gezählt. Beide Werte liegen um jeweils rund vier Prozent über den entsprechenden Zahlen des Vorjahreszeitraums.

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