Wirtschaft

ICE Behinderungen auf Strecke Hannover-Göttingen

Bahn beginnt mit Sanierung

Archivartikel

Berlin.Nach möglichen Ungereimtheiten bei Beraterverträgen hat die Deutsche Bahn erste Konsequenzen gezogen. Demnach dürfen frühere Konzernvorstände die Bahn nur noch gegen Geld beraten, wenn der Aufsichtsrat das vorher genehmigt, berichtete die „Bild am Sonntag“. Dies wurde am Montag aus Konzernkreisen bestätigt. Am kommenden Donnerstag soll eine Sondersitzung des Aufsichtsrats zum Thema stattfinden.

Die Bahn prüft derzeit Beraterverträge mit früheren Managern. Dabei geht es auch um ehemalige Konzernvorstände, wie der Staatskonzern vor Pfingsten mitgeteilt hatte. Im Kern dreht es sich nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen vor allem um Beraterverträge mit einem früheren Vorstandsmitglied. Der Manager habe nach seinem Ausscheiden eine Millionenabfindung erhalten, anschließend aber noch eine höhere sechsstellige Summe für Beratungsleistungen bekommen.

Unterdessen sollten sich Reisende auf der ICE-Strecke Hannover-Göttingen in den kommenden sechs Wochen auf längere Fahrzeiten einstellen. Die Deutsche Bahn beginnt an diesem Dienstag mit der Sanierung der Strecke.

ICE-Pendler zwischen Nord- und Süddeutschland sowie Berlin und Frankfurt müssen sich auf eine 30 bis 45 Minuten längere Fahrt einrichten. Dies ist schon in die Fahrpläne eingearbeitet. Die Züge fahren während der Arbeiten über die herkömmliche Strecke, was zu Ausfällen im niedersächsischen Regionalverkehr führt.

Die Arbeiten sind der Auftakt einer kompletten Sanierung der Schnellstrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart, die knapp 30 Jahre nach der Inbetriebnahme in Etappen bis 2023 vorgenommen wird. Für die Arbeiten von Hannover bis Göttingen hat die Bahn 175 Millionen Euro veranschlagt. Rund 140 Kilometer Gleise, 47 Weichen, 243 000 Schwellen und 405 000 Tonnen Schotter sind erforderlich. Außerdem werden neun Tunnel und acht Talbrücken sowie die Oberleitung saniert. Pendler mit einer Monats- oder Jahreskarte für den ICE sollen eine finanzielle Entschädigung erhalten.

Auf die Sanierung der Verbindung Hannover-Göttingen folgt die Strecke Mannheim-Stuttgart, die vom 10. April bis 31. Oktober 2020 nicht befahrbar sein wird. dpa

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