Wirtschaft

Verkehr Vor allem Pendler und flexible Angebote betroffen

Bahn erhöht Fahrpreise im Dezember

Archivartikel

Berlin.Zurück zu alten Gewohnheiten: Nach einer Ausnahme im vergangenen Herbst steigen die Bahnpreise in diesem Oktober wieder – so wie es bisher üblich war. Nach der starken Preissenkung zum Jahresbeginn ist für Bahnkunden nun wieder alles beim Alten: Zum Jahresende gibt es eine leichte Erhöhung. Durchschnittlich ein Prozent mehr müssen die Fahrgäste ab dem 13. Dezember für Fernverkehrstickets ausgeben, wie die Bahn am Dienstag mitteilte.

Verbraucherschützer empört

Betroffen sind vor allem Pendler und Kunden, die volle Flexibilität wünschen: Fahrkarten zum sogenannten Flexpreis verteuern sich im Schnitt um 1,5 Prozent, für Streckenzeitkarten und die Bahncard 100 liegt der Aufschlag im Durchschnitt bei 1,9 Prozent. Eine Flexpreis-Karte von Hamburg nach Frankfurt in der zweiten Klasse des ICE beispielsweise kostet dann 114,60 Euro, 1,70 Euro mehr. Wer sich dagegen früh auf einen Zug festlegt, kann sparen: Die sogenannten Super-Sparpreise ab 17,50 Euro und die Sparpreise ab 21,10 Euro ändern sich nicht. Auch die Bahncards 25 und 50 werden nicht teurer.

Fahrgastvertreter reagierten reserviert. Wirtschaftlich sei es nachvollziehbar, dass die Preise steigen, sagte Karl-Peter Naumann, der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn. Die Gehälter bei der Bahn stiegen, die Einnahmen seien aber weggebrochen. „Aber es passt nicht in die Zeit, wenn man Fahrgäste zurückgewinnen will“, sagte Naumann. Vom Corona-Schock haben sich die Fahrgastzahlen bis heute nicht erholt. Schärfer reagierte der Bundesverband der Verbraucherzentralen: „Die Ticketpreiserhöhungen der Bahn sind unverschämt.“ Das Unternehmen erhalte Milliarden vom Staat. „Auch aus Gründen des Klimaschutzes muss Bahnfahren attraktiver werden, nicht teurer.“ Die Bahn betonte, dass sie Milliarden investiere, etwa in neue Intercity- und ICE-Züge. Für Fahrgäste stiegen das Sitzplatzangebot und der Komfort. 

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