Wirtschaft

Ballast abwerfen

Bettina Eschbacher zu Bilfingers Altlasten

In diesen Tagen könnte Bilfinger gleich zwei belastende Verfahren aus der Vergangenheit endlich vom Tisch bekommen. Mit der Hauptversammlung und der Annahme des Vergleichs mit Ex-Vorständen ist der Mannheimer Konzern schon einen Schritt weiter gekommen. Die millionenschweren Schadenersatzforderungen hatten für viel Aufsehen gesorgt. Und da es über vier Jahre nicht gelang, das Verfahren zum Abschluss zu bringen, wurde immer wieder ein Schlaglicht auf die unruhigen Jahre, frühere Fehlentscheidungen und Querelen geworfen.

Dem ohnehin angeschlagenen Image Bilfingers tat das nicht gut. Auch für Vorstandschef Tom Blades war das langwierige Verfahren schwerer Ballast bei seinem Versuch eines Neuanfangs.

Noch viel stärker hat der Skandal um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 den Ruf des Konzerns beschädigt. Bei dem Einsturz waren zwei Anwohner ums Leben gekommen, historische Dokumente wurden zerstört. Das Archiv war als Folge eines gravierenden Fehlers beim Bau einer neuen U-Bahn-Haltestelle eingestürzt – am Bau beteiligt war damals Bilfinger. Am Montag entscheidet der Kölner Stadtrat, ob er einen Vergleich mit den Baufirmen annimmt. Für Bilfinger wäre das die beste Lösung: Die anfallenden 200 Millionen Euro übernähmen Versicherungen, ein Schadenersatzverfahren wäre abgewendet – und ein dunkles Kapitel abgeschlossen.

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