Wirtschaft

Export Deutsche Wirtschaft hofft auf politischen Beistand

Bangen um Iran-Geschäft

Berlin/Mannheim.Die deutsche Wirtschaft hofft nach dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen auf Rückendeckung für Geschäfte mit dem Iran. Führende Verbände kritisierten in Berlin scharf den Aufruf der Amerikaner an deutsche Unternehmen, den Austausch mit Teheran unverzüglich zurückzufahren. Der Industrieverband BDI und der DIHK appellierten an Bundesregierung und EU, den europäischen Handel mit Iran zu schützen.

Deutschland ist neben Frankreich einer der wichtigsten europäischen Handelspartner des Iran. Der deutsch-iranische Handel ist allerdings wenig intensiv – auch wenn er nach der Lockerung der Sanktionen im Zuge des Atomabkommens 2015 zugenommen hatte. 2017 hatte er nach Angaben des BGA ein Volumen von 3,4 Milliarden Euro erreicht.

Präsident Donald Trump hatte den Rückzug der USA aus dem Atomabkommen sowie neue Sanktionen gegen Teheran angekündigt. Der neue US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, forderte deutsche Firmen prompt auf, Geschäfte mit dem Iran „sofort“ herunterzufahren. Die konkreten Folgen für deutsche Firmen sind aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums noch nicht abzuschätzen.

Region „überschaubar“ betroffen

Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar war das Iran-Geschäft regionaler Unternehmen auch nach dem Ende der Sanktionen „überschaubar“. „Der Anteil der Lieferungen an iranische Kunden machte im vergangenen Jahr weniger als 0,2 Prozent an den Gesamtexporten aus“, sagte Matthias Kruse, IHK-Geschäftsführer International. „Sollte das Iran-Geschäft wegen der neuen US-Sanktionen zurückgehen, werden die Auswirkungen für die Unternehmen der Region insgesamt begrenzt bleiben.“ dpa/fas