Wirtschaft

Zölle China kommt USA bei Genpflanzen entgegen

BASF profitiert von Pekings Geste im Handelsstreit

Archivartikel

Peking/Ludwigshafen.Hinter verschlossenen Türen haben die USA und China versucht, ihre Handelsstreitigkeiten zu lösen. Zum Ende zweitägiger Gespräche übten sich die Unterhändler gestern in Peking zunächst in Stillschweigen, ob die beiden größten Volkswirtschaften einem Ende ihres Handelskrieges näher gekommen sind. Dafür gab sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ optimistisch: „Die Gespräche mit China laufen gut!“, schrieb er über den Kurznachrichtendienst Twitter.

China hat bereits erste Konzessionen gemacht. So wurden die Importe amerikanischer Sojabohnen wieder aufgenommen. Zudem erteilte die Regierung in Peking erstmals seit eineinhalb Jahren wieder Importzulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzensorten. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurden fünf gentechnisch veränderte Pflanzensorten freigegeben – zwei von BASF, eine der neuen Bayer-Tochter Monsanto und zwei des US-Chemieriesen DowDupont. Dabei geht es um Raps, Mais und Sojabohnen.

Der seit Monaten andauernde Handelskrieg sorgt für zusätzliche Unsicherheiten an den Finanzmärkten über die Konjunkturentwicklung in den USA, China und weltweit. Die Sorgen werden durch den Stillstand der US-Regierung noch verstärkt. Auch deutsche Unternehmen sind besorgt, dass eine weitere Verschärfung der US-Handelspolitik die deutsche Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Gefahr für Wirtschaftsleistung

Als Exportnation könne Deutschland schwer getroffen werden, warnte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Studie. Bei einer Zuspitzung aller Handelsstreitigkeiten der USA mit China, der EU und den anderen vier wichtigsten US-Handelspartnern mit Zusatzzöllen in Höhe von 25 Prozent und Vergeltungsmaßnahmen könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt in den nächsten fünf Jahren „schlimmstenfalls“ um etwa 3,8 Prozent schrumpfen.

Ein Durchbruch war bei den Gesprächen in Peking ohnehin nicht erwartet worden. Vielmehr sollten die Unterhändler den Weg für weitere Verhandlungen ebnen. Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatten sich im Dezember nach Abschluss des Gipfels der großen Wirtschaftsmächte (G20) in Buenos Aires auf einen 90-tägigen „Waffenstillstand“ geeinigt. dpa/fas