Wirtschaft

Arbeitskampf Mannheimer reisen zur Schlichtung an

Bau-Protest in Berlin

Archivartikel

Mannheim/Berlin.Bauarbeiter aus ganz Deutschland wollen am kommenden Montag in Berlin ihrem Ärger lautstark Luft machen: Der Tarifstreit ist ins Stocken geraten, für den 7. Mai ist ein erster Schlichtungstermin angesetzt – Anlass für Delegationen aus Mannheim und Nordbaden, ihre Forderungen mit einem zentralen Protest in der Hauptstadt zu unterstreichen.

Die Stimmung sei „denkbar mies“, macht der Bezirksvorsitzende der IG BAU, Wolfgang Kreis, im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich. Das Angebot der Arbeitgeber nennt er „unverschämt“: Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr bei zwölf Monaten Laufzeit, dazu ein dreizehntes Monatsgehalt und vor allem eine bessere Vergütung für die Auszubildenden. Das sei weit entfernt von den 1,65 Prozent, die – so haben es die Arbeitnehmer ausgerechnet – bislang auf dem Tisch liegen.

„Top-Verdiener“ der Branche

Eine konkrete Zahl will Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, allerdings nicht nennen. „Verhandelt wird ein ganzes Paket“, erläutert er. So seien die Bauarbeiter im Südwesten ohnehin schon besser gestellt als ihre Kollegen im Osten und Norden der Republik. Sie erhielten mehr als zwölf Monatsgehälter und auch andere Vergünstigungen. Zunächst gelte es deshalb, diese Unterschiede auszugleichen, fordert Möller. Die Baulehrlinge gehören seiner Meinung nach schon längst zu den Top-Verdienern unter den Handwerkern: Im ersten Ausbildungsjahr liege die Vergütung bei 784 Euro, im dritten immerhin bei 1410 Euro.