Wirtschaft

Bauen, bauen, bauen!

Das Land Berlin will Mieten künftig abhängig vom Einkommen deckeln. Das Modell könnte durchaus Vorbildcharakter für andere Metropolregionen haben, in denen das Wohnen gerade unbezahlbar wird, zum Beispiel Rhein-Main, München, Rhein-Ruhr oder Stuttgart. Doch dafür ist entscheidend, dass Berlin es nicht vergeigt. Der Senat muss die Abschreckung der Investoren durch eigenen Wohnungsbau ausgleichen.

Bei aller Kritik beweist eine Landesregierung hier in Zeiten abnehmenden Vertrauens in die etablierten Parteien, dass sie handlungsfähig ist. Fest steht aber auch: Die Dämpfung der Mieten führt zu noch mehr Zuzug, weil Berlin bezahlbar bleibt. Das wird die Marktsituation noch verschärfen. Zugleich haben Investoren weniger Anreize, neue Wohnungen zu bauen. Schließlich müssen sie die Ausgaben durch die Mieten wieder hineinholen und wollen sogar noch eine Rendite erwirtschaften. Wenn der Staat also in den Markt eingreift, muss er auch künftig selbst mehr bauen. Der soziale Wohnungsbau muss an Tempo zulegen. Seit dem Totalstopp durch Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin ist er nur langsam wieder in Gang gekommen. Das Land müsste Milliardenbeträge in die Hand nehmen, um viele Einheiten hinzuklotzen. Das ist völlig legitim; einige der erfolgreichsten Standorte der Welt betreiben starken Sozialbau, um für normale Menschen bewohnbar zu bleiben, darunter Singapur. Wenn Berlin nur deckelt, ohne zu bauen, könnte das Experiment im Desaster enden.

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