Wirtschaft

Statistik Geringster Zuwachs bei den Kosten seit 2017 / Branche kann mitten in der Corona-Krise ihren Umsatz erhöhen

Baupreise steigen langsamer

Archivartikel

Wiesbaden.Der Wohnungsbau in Deutschland wird weiterhin teurer – doch die Preise steigen nicht mehr so stark wie in den drei zurückliegenden Jahren. Im Mai 2020 lagen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude um 3,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Dies sei jedoch der niedrigste Anstieg der Baupreise gegenüber dem Vorjahreszeitraum seit Mai 2017 mit damals plus 2,9 Prozent. Eine Erklärung dafür lieferte die Wiesbadener Behörde am Freitag nicht. Im Februar 2020 hatte der Preisanstieg im Jahresvergleich noch bei 3,4 Prozent gelegen.

Die Zahlen werden immer zum mittleren Monat eines Quartals erfasst. Dazu befragen die Statistischen Landesämter etwa 5000 Firmen – unter anderem Maurer, Dachdecker und Heizungsbauer – zu rund 180 einzelnen Bauleistungen. Ein Teil der Preissteigerungen erklärt sich durch die große Nachfrage nach Immobilien und Handwerkerleistungen.

Die Bauindustrie in Deutschland hat unterdessen in der Corona-Krise ihr Umsatzwachstum fortgesetzt. Im vom Stillstand der Wirtschaft voll getroffenen Monat April erhöhten sich die Erlöse im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent, wie ebenfalls das Statistische Bundesamt errechnet hat.

„Keine erkennbaren Effekte“

Die Zahl der Beschäftigten in der Branche stieg nach vorläufigen Zahlen in dem Monat um 1,0 Prozent. „Wie schon im März zeigten sich somit auch im April 2020 noch keine erkennbaren Effekte der Corona-Pandemie auf Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe“, stellte die Wiesbadener Behörde in einer Mitteilung fest.

In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,7 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich in diesem Zeitraum um 1,9 Prozent. Absolute Beschäftigtenzahlen nannte die Wiesbadener Behörde nicht. Das Bauhauptgewerbe umfasst die Errichtung von Gebäuden (Hochbau) ebenso wie von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen (Tiefbau). 

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