Wirtschaft

Chemie Hohe Abfindungen bei Stellenabbau

Bayer gibt sich generös

Archivartikel

Leverkusen.Beim geplanten Abbau von 12 000 Stellen weltweit bietet der Pharma- und Chemiekonzern Bayer Mitarbeitern lukrative Aufhebungsverträge an. Sie sollen älteren Beschäftigten in Deutschland ermöglichen, vorzeitig in Rente zu gehen, ohne dass diese allzu große Abschläge hinnehmen müssen. Jüngere Bayer-Mitarbeiter können ferner hohe Abfindungen in Anspruch nehmen. Das zeigt eine Vereinbarung zwischen dem Gesamtbetriebsrat und dem Dax-Konzern, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bayer bestätigte die fürs Inland gültige Einigung, die gestern auch intern verkündet wurde.

Bis zu 63 Monatsgehälter

Im Kern bietet der Konzern nun „Flexi Aufhebungsverträge“, die über sechs Jahre laufen. Sie ermöglichen, dass Mitarbeiter schon ab 57 Jahren vorzeitig in Ruhestand gehen können und maximal 7,2 Prozent Abschlag von der gesetzlichen Rente verkraften müssen. Voraussetzung sind neben dem Alter der Beschäftigten 35 Rentenversicherungsjahre. Für Mitarbeiter unter 57 Jahren wurden ferner Abfindungen von bis zu 63 Monatsgehältern ausgehandelt. Zuvor sei bei höchstens 54 Monatsgehältern Schluss gewesen, betonte der Gesamtbetriebsrat. Zudem gebe es Zuschläge für Ehepartner, Kinder und Schwerbehinderte.

Bayer erlebt eine schwierige Phase. Die Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto wurde zum milliardenschweren Kraftakt mit Nebenwirkungen – die Leverkusener müssen sich einer Klagewelle wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat erwehren. Der Konzern hat viele Baustellen, auch das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln läuft nicht rund. Im November verkündete Bayer Pläne zum Stellenabbau, um Kosten zu sparen und Arbeitsabläufe effizienter zu machen. dpa