Wirtschaft

Chemie Leverkusener Konzern konkretisiert Sparpläne

Bayer macht Ernst

Leverkusen.Jetzt herrscht Klarheit: Der Pharma- und Agrarchemie-Konzern Bayer zückt den Rotstift und streicht in Deutschland 4500 Stellen. Das ist etwa jede siebte Stelle, hierzulande hat der Konzern bisher noch 32 100 Stellen. Damit wolle man die „Wettbewerbsfähigkeit verbessern und die Profitabilität steigern“, sagte ein Konzernsprecher. Die Stellen sollen unter anderem über Abfindungen abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen bei Bayer sind in Deutschland ohnehin bis Ende 2025 ausgeschlossen.

Standort Wuppertal betroffen

Wo genau die Jobs gestrichen werden, ist noch weitgehend offen. Klar ist nur, dass am Pharmastandort Wuppertal 350 Stellen wegen einer Produktionsverlagerung in die USA wegfallen. Neben Leverkusen (Zentrale) spielen Berlin, Dormagen und Monheim eine große Rolle für den Konzern in Deutschland.

Die Sparpläne wurden bereits im November vorgestellt – aber ohne eine Zahl für Deutschland. Damals wurde nur mitgeteilt, dass weltweit 12 000 Arbeitsplätze wegfallen, ein Zehntel des globalen Bayer-Netzes. Nun wird deutlich, dass das Inland anteilig härter betroffen ist von der Umstrukturierung als das Ausland – weltweit sind es rund zehn Prozent und in Deutschland 14 Prozent der Jobs. Dass hierzulande 4500 Arbeitsplätze gestrichen werden, war bereits am Montag durchgesickert.

Durch die Restrukturierung will der Konzern weltweit ab 2022 pro Jahr 2,6 Milliarden Euro einsparen. Die Einmalkosten – etwa für Abfindungen – beziffert Bayer auf 4,4 Milliarden Euro. dpa