Wirtschaft

Schmierstoffe Drittes Quartal läuft besser als erwartet / Aktienkurs steigt zweistellig / Vorstandschef hält sich mit einer Entwarnung noch zurück

Befreiungsschlag für Fuchs Petrolub

Archivartikel

Mannheim.Nach einem schwachen ersten Halbjahr hat sich der Mannheimer Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub im dritten Quartal stabilisiert. Zwar lägen die Zahlen aufgrund der sich abschwächenden Weltkonjunktur deutlich unter dem Vorjahresniveau, sagte Konzernchef Stefan Fuchs während einer Telefonkonferenz am Mittwoch.

„Das dritte Quartal war aber besser als das zweite. Der Ergebnisrückgang fiel deutlich geringer aus als erwartet“. Folgerichtig konkretisierte das Unternehmen seine Ziele für das Gesamtjahr 2019 und erwartet Umsatz und Ergebnis nun am oberen Ende der Prognose. Die Börse reagierte begeistert mit zweistelligen Kurszuwächsen für die im MDax gelistete Aktie.

Fuchs Petrolub hatte im Sommer vor allem wegen der kriselnden Automobilindustrie seine ohnehin vergleichsweise bescheidenen Jahresziele aufgegeben. Auch den für 2019 geplanten Aufbau von rund 300 neuen Arbeitsplätzen hatte der Schmierstoffhersteller abgesagt, 50 davon sollten am Stammsitz Mannheim entstehen.

„Strikte Kostenkontrolle“

Dieser Personalaufbau bleibe auch weiterhin eingefroren, die Zuwächse im dritten Quartal gingen fast ausschließlich auf den im September neu eingestellten Ausbildungsjahrgang zurück, sagte Stefan Fuchs und warnte vor einer zu frühen Entwarnung. „Dass wir die Krise hinter uns gelassen haben, sehe ich nicht.“ So habe sich etwa beim Handelskonflikt zwischen den USA und China bislang noch nichts getan. Und auch die Schwäche der Autoindustrie dauere aus seiner Sicht an. Die Autobauer sind mit einem Umsatzanteil von rund 30 Prozent der größte Kunde von Fuchs.

„Nach einem enttäuschenden zweiten Quartal sind wir mit dem Ergebnis der letzten Monate zufrieden“, sagte der Vorstandschef weiter. Dabei sei der vergleichsweise moderate Rückgang des Ergebnisses auch auf die „strikte Kostenkontrolle“ der vergangenen Monate zurückzuführen. Um den eigenen Job muss sich in der Stammbelegschaft dabei weiterhin niemand sorgen. „Es gibt keine Abbauprogramme“, betonte Fuchs.

Und auch an den geplanten Investitionen werde nicht gerüttelt: Der Schmierstoffhersteller plant in Mannheim unter anderem eine neue Zentrale und ein Hochregallager. Entsprechende Grundstücke seien teilweise bereits erworben worden oder eine Unterschrift stehe kurz bevor. „Das alles wird planmäßig abgearbeitet“, erklärte der Vorstandschef.

Mit seiner Zwischenbilanz übertraf Fuchs Petrolub die Erwartungen der Analysten, was vermutlich die hohen Kurszuwächse erklärt. Der Schmierstoffhersteller habe positiv überrascht und in puncto Profitabilität die Erwartungen übertroffen, schrieb zum Beispiel Markus Mayer, Analyst bei der Baader Bank, in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Ähnlich beurteilt Analyst Andrew Stott von der Schweizer Großbank UBS die Lage in Mannheim: Fuchs Petrolub habe die Erwartungen durch die Bank getoppt, schrieb er in einer ersten Reaktion am Mittwoch.

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