Wirtschaft

Urteil EU-Gericht gibt Staubsauger-Hersteller recht

Beim Test muss Beutel gefüllt sein

Luxemburg.Die Energie-Effizienz von Staubsaugern darf nach einem Urteil des EU-Gerichts künftig nicht mehr mit leeren Staubbehältern getestet werden. Die Luxemburger Richter gaben gestern einer Klage des Herstellers Dyson statt und erklärten die entsprechende EU-Verordnung für nichtig. Tests mit leerem Behälter kämen den tatsächlichen Bedingungen während des Gebrauchs nicht so nah wie möglich.

Eine Sprecherin der EU-Kommission, die die Verordnung 2014 erlassen hatte, kündigte gestern an, die Brüsseler Behörde werde das Urteil eingehend prüfen und über weitere Schritte entscheiden. Die Kommission hat rund zwei Monate Zeit, Rechtsmittel einzulegen. Andernfalls verlieren die derzeitigen Energie-Label ihre Gültigkeit, und eine neue Verordnung müsste vorgelegt werden, die im Einklang mit der EU-Richtlinie über die Kennzeichnung des Energieverbrauchs steht.

Stromverbrauch steigt

Eine Dyson-Sprecherin zeigte sich erfreut: „Das sind gute Neuigkeiten und ein ganz klarer Gewinn für die Verbraucher in Europa. In Zeiten des Dieselgates müssen die Verbraucher darauf vertrauen können, welche Angaben die Hersteller zu ihren Produkten machen.“ Das britische Unternehmen, das beutellose Staubsauger verkauft, hatte seine Klage damit begründet, die jetzige Verordnung sei irreführend. Der Stromverbrauch einiger Staubsauger steige, je voller der Beutel werde.

2015 hatte das EU-Gericht die Klage noch abgewiesen. Nachdem Dyson Rechtsmittel eingelegt hatte, hob der höhergestellte Europäische Gerichtshof das Urteil in Teilen jedoch auf. dpa