Wirtschaft

Verlage „Ideologisch belastete“ Titel in der Nazi-Zeit

Beltz klärt Geschichte

Weinheim.Der Weinheimer Beltz-Verlag hat sich in den Jahren 1933 bis 1945 „systemkonform mit dem NS-Staat arrangiert“. Das ist das jetzt veröffentlichte Ergebnis eines Berichts der NS-Forschungsstelle der Goethe-Universität Frankfurt, die sich im Auftrag der Weinheimer Verlagsgruppe mit den Publikationen während der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt hat.

Der 1841 gegründete Beltz-Verlag, der bis heute einen seiner Schwerpunkte im Bereich Pädagogik hat, zählte auf diesem Gebiet bereits Anfang der 1930er-Jahre zu den wichtigsten Fachverlagen Deutschlands. „Während der Zeit des Nationalsozialismus entwickelte er sich jedoch zu einem angepassten Verlag mit einer beachtlichen Anzahl an Nazi-Publikationen“, fanden die Wissenschaftler um Professor Benjamin Ortmeyer heraus. Insgesamt wurden 1645 Publikationen aus jener Zeit begutachtet, davon wurden 178 Titel als „ideologisch belastet“ eingestuft. „Sie sind voller Judenfeindschaft, NS-Propaganda und Rassismus“, fasst Ortmeyer deren Inhalte zusammen. pro