Wirtschaft

Deutsche Bahn Konzern will Service ausbauen

Bequemere Sitze in Zügen

Archivartikel

Berlin.Die neuen Sitze für den ICE sehen auf den ersten Blick nicht groß anders aus als die alten. Wer sich fragt, warum auch, unterschätzt, wie wichtig Bahnfahrern bequemes Sitzen ist. Das Unternehmen hat einiges an Zeit, Geld und Ideen investiert, um der Frage nachzugehen, was so ein ICE-Sitz braucht. Am Mittwoch hat die Bahn die neuen Sitze vorgestellt.

Die Armlehnen sind weicher geworden – und in der ersten wie der zweiten Klasse aus echtem Leder. In der ersten Klasse ist die Sitzfläche auch größer geworden und drei Zentimeter länger als in der zweiten. Dafür lässt sich die Sitzfläche in der zweiten Klasse nun um zusätzliche drei Zentimeter nach vorn ziehen.

Auch in der zweiten Klasse ist das Rückenpolster weicher geworden, ebenso wie die Sitzfläche. Zudem wird es Becherhalter in der ersten Klasse in allen ICE 3 und ICE 4 geben.

Die Umrüstung ist ab März 2020 geplant. „Ende 2021 sollen alle ICE-3- und ICE-4-Züge die bequemeren Sitze haben“, sagte Oliver Wolf, Leiter Produktmanagement ICE bei der Bahn. „Die Gesamtinvestition liegt bei 40 Millionen Euro.“

Entschädigungen übers Internet

„Wir werden die digitalen Dienste weiter ausbauen“, kündigte Michael Peterson, Vorstandsvorsitzender der DB Fernverkehr, an. Dazu gehört beispielsweise eine App, mit der Fahrgäste künftig am Sitzplatz Essen und Getränke bestellen können, oder eine, die ihnen bei der Orientierung in den wichtigsten deutschen Umsteigebahnhöfen hilft.

Weiterhin sollen Bahnkunden bei Verspätungen und Zugausfällen Geld ohne Papierformular zurückholen können. „Spätestens 2021 wird es möglich sein, Fahrgastrechte auch online bei uns geltend zu machen“, sagte Konzernchef Richard Lutz der Wochenzeitung „Die Zeit“. Im vergangenen Jahr hatten 2,7 Millionen Fahrgäste Entschädigungen beantragt.

Neu ist auch die Stimme, die Bahnreisende bald öfter hören werden. Sie gehört Profisprecher Heiko Grauel. Ende des Jahres soll sie zum ersten Mal zu hören sein – flächendeckend in zwei bis drei Jahren. dpa

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