Wirtschaft

L-Bank Förderinstitut des Landes Baden-Württemberg unterstützt immer mehr angehende Unternehmer / Zuwachs beim sozialen Wohnungsbau

Blühende Gründerszene im Ländle

Stuttgart.Das staatliche Förderinstitut L-Bank verzeichnet einen Gründerboom in Baden-Württemberg. Die Förderung für Existenzgründer stieg im letzten Jahr um zehn Prozent auf 660 Millionen Euro. Profitiert haben davon 2900 Neugründungen und Nachfolger in bestehenden Unternehmen. „Die Förderung erreichte eine neue Bestmarke“, erklärte Vorstandschef Axel Nawrath gestern in Stuttgart. Seiner Ansicht nach „wird unterschätzt, dass es in Baden-Württemberg auch in Zeiten mit guter Konjunktur viele Leute mit Gründergeist gibt“. Er ist überzeugt, dass der Trend andauern wird.

Vorreiter ist die L-Bank mit ihrem Programm zur Mikrofinanzierung von Firmengründern, die kein eigenes Kapital haben. Bis zu 10 000 Euro gibt das Förderinstitut, wenn sich Gründungswillige auf einer Internetplattform mit ihrer Idee präsentieren und dort mindestens die gleiche Summe von Unterstützern einsammeln.

Aktuell bewirbt sich zum Beispiel ein Team, das eine mobile Espressobar mit hochwertigem Wildkaffee betreiben will. Die meisten Anträge stammen aus den Bereichen medizinische Hilfen und Beratung. Für die Hausbanken sei eine solche Finanzierung ohne Sicherheit ein „irrwitziger Aufwand“, meint Nawrath.

„Das rettet nicht die Welt“

Die L-Bank vertraue auf die Unterstützer. Seit dem Start vor einem Jahr haben 220 Mikrogründer die angebotene Beratung genutzt, 34 haben Geld von der Förderbank bekommen. Nawrath: „Das rettet nicht die Welt, rundet aber unser Angebot ab.“ Die Förderbank von Berlin habe inzwischen nachgezogen, andere Institute seien in der Prüfungsphase.

Noch früher setzen fünf Studenten aus Karlsruhe an, die für studentische Start-ups Kapital besorgen und dafür einen Risikokapitalfonds mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro aufgelegt haben. Die L-Bank ist mit 250 000 Euro eingestiegen. „Das ist ein spannendes Experiment“, findet Nawrath. Für die Bank sei es wichtig, bei Trends dabei zu sein, auch wenn es einmal schiefgehen könne.

Die Trendwende hat die L-Bank bei der Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus erreicht. Letztes Jahr gingen gut 2000 Förderanträge ein, für 2018 rechnet Nawrath mit einem weiteren Anstieg auf 2500 Wohneinheiten. Davor war die Zahl auf 1000 Wohnungen mit Sozialbindung gesunken. Dabei müssen mindestens 1500 im Jahr gebaut werden, um überhaupt den Bestand landesweit zu erhalten.

Das klassische Fördergeschäft der L-Bank über zinsgünstige Darlehen für Wirtschaft und Wohnungsbau ist letztes Jahr um fünf Prozent auf 4,5 Milliarden Euro gestiegen. Auch in der Niedrigzinsphase sind diese Förderkredite nach Nawraths Ansicht ein Anreiz für Investitionen. Die ordentlichen Erträge der Bank sanken 2017 um 7,6 Prozent auf 389 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 153 Millionen Euro für die Verteilung über die verschiedenen Programme.