Wirtschaft

Maschinenbau Unternehmen und Gewerkschaft einigen sich auf Beschäftigungs- und Standortsicherung bis Ende April 2025 / Investitionen am Standort

„Bopp & Reuther bleibt in Mannheim“

Archivartikel

Mannheim.Die Geschäftsführung von Bopp & Reuther Valves in Mannheim und die IG Metall haben einen Standortsicherungstarifvertrag unterzeichnet, der die Arbeitsplätze und den Fortbestand des traditionsreichen Unternehmens im Stadtteil Mannheim-Waldhof sichert. Dem vorausgegangen seien acht Verhandlungsrunden in den vergangenen Monaten, die schließlich zu einem von beiden Seiten getragenen Ergebnis geführt hätten, teilt die Gewerkschaft mit.

Thomas Hahl, der ab Freitag die Mannheimer IG Metall kommissarisch leiten wird, erklärt laut Mitteilung: „Bopp & Reuther und die hoch qualifizierten Beschäftigten bleiben in Mannheim und es findet kein Personalabbau statt – auch in Zukunft! Das ist eine sehr gute Nachricht in diesen Tagen.“

Bopp & Reuther entwickelt und fertigt Armaturen für Kraftwerke und die Prozessindustrie. In Mannheim sind etwa 300 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückgehen, gehört seit 2015 zum britischen Konzern IMI.

Schließung verhindert

Nach Gewerkschaftsangaben soll IMI geplant haben, in den nächsten Jahren am Standort Mannheim-Waldhof „massive Einsparungen“ zu erreichen. Demnach ist auch eine komplette Schließung im Gespräch gewesen. Dem Unternehmen machen offenbar der Umbruch im Energiemarkt und die Coronavirus-Pandemie zu schaffen.

Der neue Tarifvertrag beinhaltet nun Einsparvolumen für das Unternehmen – durch eine festgelegte Absenkung der regelmäßigen Wochenarbeitszeit in den nächsten fünf Jahren. Gleichzeitig ist eine Beschäftigungs- und Standortsicherung für die Belegschaft in Mannheim vereinbart. Die Laufzeit des Tarifvertrags endet am 30. April 2025.

Roland Berger, Betriebsratsvorsitzender bei Bopp & Reuther, reagiert erleichtert und sagt: „Der Tarifvertrag realisiert notwendige Einsparpotenziale und ermöglicht finanzielle Spielräume für das Unternehmen, aber er schützt gleichzeitig die Beschäftigten und bietet dem Standort auf dem Waldhof eine echte Perspektive.“

Weitere wichtige Elemente des Tarifvertrags sind nach Angaben Hahls das Verbot des Ausspruchs betriebsbedingter Kündigungen und die Zusicherung, die Gemarkung der Stadtgrenze während der Laufzeit des Tarifvertrags nicht zu verlassen. Zudem gilt die Vereinbarung, pro Jahr mindestens zwei junge Menschen auszubilden und alle Auszubildenden und dual Studierenden nach bestandener Prüfung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. Bopp & Reuther hat sich verpflichtet, am Standort zu investieren und die schon bisher vereinbarte schrittweise Einführung der Flächentarifverträge unverändert fortzuführen. 

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