Wirtschaft

Hauptstadtflughafen Aufträge für Terminal 2 werden vergeben

Brandenburg will Prüfung weglassen

Archivartikel

Potsdam.Das geplante neue Terminal 2 am Hauptstadt-Airport BER muss aus Sicht der brandenburgischen Landesregierung ohne eine zeitraubende Umweltverträglichkeitsprüfung gebaut werden. Das vorgesehene Abfertigungsgebäude für rund sechs Millionen Passagiere pro Jahr ändere die Planfeststellung nur unwesentlich, erklärte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) gestern im Landtag in Potsdam.

Die Flughafengesellschaft will den Bauauftrag in Kürze vergeben, weil das bisherige BER-Terminal nicht für alle erwarteten Passagiere reichen wird. Es soll nach dem voraussichtlichen Start in zwei Jahren zunächst 22 Millionen Passagieren pro Jahr Platz bieten.

Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung dauern laut dem Umweltbundesamt im Durchschnitt ein gutes Jahr. Dabei werden normalerweise Unterlagen öffentlich ausgelegt sowie Bürger und Sachverständige gehört. Jeder kann dann zu dem Vorhaben Stellung beziehen.

Kritik von Grünen und CDU

„Die grundsätzliche Zielsetzung des Planfeststellungsbeschlusses bleibt von dieser Änderung unberührt“, begründete Schneider im Sonderausschuss BER des Parlaments ihre Auffassung, dass die Prüfung nicht nötig sei. Kritik daran kam von Abgeordneten von Grünen und CDU. Sie argwöhnten, der Flughafen beantrage seine Erweiterungen scheibchenweise, um komplizierte Genehmigungsverfahren zu vermeiden.

Unterdessen gehen die Arbeiten im bestehenden Terminal weiter. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup war es in den vergangenen Monaten gelungen, die wichtigen Baufirmen Caverion, Bosch und T-Systems auf Pauschalverträge mit festen Terminen sowie Bonus- und Malus-Klauseln festzulegen. Gespräche dazu gibt es auch mit Siemens.

Probleme bei Kabeltrassen

Mit der Firma ROM gebe es aber voraussichtlich keine Vertragsänderung, räumte der Flughafenchef ein. Das Unternehmen saniert die Kabeltrassen – derzeit ein schwieriger Projektteil. In Ordnung gebracht werden etwa die Sicherheitsstromversorgung, Befestigungen mit falschen Dübeln und fehlenden Abhängestangen, Beschriftungen, rechnerische Nachweise und Dokumentationen.

„Wir sind mit dem Fortschritt und der Qualität der Reparaturen nicht zufrieden“, sagte Bretschneider. Lütke Daldrup kündigte jedoch an, dass die Kabeltrassen im Frühjahr 2019 fertig sein werden.