Wirtschaft

Automobil Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi plant nach Skandal um Carlos Ghosn Neustart

Bündnis baut Führung um

Boulogne-Billancourt.Nach dem Skandal um den früheren Top-Manager Carlos Ghosn soll das von ihm gegründete Auto-Bündnis von Renault, Nissan und Mitsubishi ein neues Führungsgremium erhalten. Die Zusammenarbeit der Hersteller aus Frankreich und Japan könne damit gestärkt werden, teilte Renault gestern in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. Eine endgültige Abmachung gebe es bisher nicht.

Ghosn war in Japan wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen worden und in der vergangenen Woche nach mehrmonatiger Untersuchungshaft gegen Kaution freigekommen. Ghosn war als Renault-Konzernchef zurückgetreten, hat aber in dem Unternehmen noch Ämter inne.

Mögliche Unregelmäßigkeiten

Gerade in Frankreich gab es nach den Enthüllungen über Ghosn immer wieder Befürchtungen, dass die von ihm lange mit eiserner Hand geführte Auto-Allianz nun ins Wanken geraten könnte. Wie Renault mitteilte, soll sich an der grundlegenden Abmachung über das Bündnis und den Überkreuz-Beteiligungen der Unternehmen nichts ändern. Renault hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan, der japanische Hersteller ist seinerseits zu 15 Prozent an Renault beteiligt, hat aber dabei keine Stimmrechte.

Renault-Chef Thierry Bolloré hatte im vergangenen Monat angekündigt, dass auch bei einer Tochtergesellschaft Untersuchungen zu möglichen Unregelmäßigkeiten laufen. Bei Renault gibt es im Zusammenhang mit Ghosn bisher einen konkreten Vorwurf, er betrifft das Schloss Versailles bei Paris. Der Manager soll persönlich von einem Sponsoring-Vertrag mit dem Barockschloss profitiert haben, es ging dabei um 50 000 Euro. dpa