Wirtschaft

Industrie Elektroautohersteller will bevorzugt in Deutschland Standort hochziehen / Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Saarland werben für sich

Bundesländer kämpfen für erste Tesla-Fabrik

Archivartikel

Palo Alto/Mainz.Der Elektroautohersteller Tesla hat zwar Produktionsprobleme und steckt tief in den roten Zahlen – das hält den schillernden Firmenchef Elon Musk aber nicht von großen Expansionsplänen ab. Obwohl Teslas US-Werke derzeit Großbaustellen sind, will der umtriebige Milliardär Batterie- und Autofabriken in Asien und Europa hochziehen. Deutschland sei „die bevorzugte Wahl für Europa“, twitterte Musk vor Kurzem und ließ damit die Herzen hiesiger Tesla-Fans höher schlagen. Lokalpolitiker, die ihre Bundesländer gerne mit einem Werk des Autoherstellers schmücken wollen, fackelten nicht lange und rollten den roten Teppich aus. So werben Rheinland-Pfalz und das Saarland bereits für sich als mögliche Standorte.

„Guter Austausch“

Die rheinland-pfälzische Landesregierung bestätigte gestern den Kontakt. „Selbstverständlich ist das Wirtschaftsministerium mit dem Unternehmen in einem guten Austausch“, erklärte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Mainz auf Anfrage. Sie verwies darauf, dass mit dem Maschinenbauer Tesla Grohmann schon ein Standort von Tesla in Rheinland-Pfalz vorhanden sei. Informationen zu Unternehmen würden aber grundsätzlich vertraulich behandelt.

Tesla äußerte sich zu Gesprächen in Europa nicht. Die Kalifornier hatten die Firma Grohmann aus Prüm in der Westeifel im November 2016 gekauft. Grohmann baut automatisierte Anlagen für die Fahrzeugproduktion.

Das Saarland signalisierte bereits im Juni öffentlich Interesse als Standort für Tesla. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und seine Stellvertreterin, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), warben per Brief an Musk für ihr Land als Standort einer Fabrik. Und sie hätten Antwort bekommen, hieß es gestern in der Staatskanzlei Saarbrücken: „Das Angebot wurde von Tesla aufgegriffen, und man zeigt sich dort gesprächsbereit.“

Auch Nordrhein-Westfalen brachte sich als Standort ins Spiel. Ebenfalls interessiert ist die Landesregierung in Stuttgart. „Baden-Württemberg hat als international führender Automobilstandort und wichtiges Entwicklungszentrum für mobile Zukunftslösungen großes Interesse an innovativen Neuansiedlungen wie etwa von Tesla“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

Bisher seien die Gespräche mit Tesla in einem frühen Stadium, berichtete das „Wall Street Journal“.