Wirtschaft

Konjunktur Kriselnde Autoindustrie und schwächere Auslandsnachfrage wirken sich aus

Chemiebranche zunehmend besorgt

Frankfurt.Die weltweit schwächere Konjunktur und die verhaltende Nachfrage der heimischen Industrie halten die deutsche Chemie- und Pharmabranche weiter fest im Griff. Nach einem schwachen dritten Quartal sei noch immer keine Trendwende absehbar, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt mit. „Im Gegenteil: Inzwischen erwarten mehr Unternehmen eine Verschlechterung der Lage als eine Verbesserung“, hieß es.

Auf dem Heimatmarkt hätten wichtige Industriekunden wie die kriselnde Autobranche weniger Chemieprodukte nachgefragt, während aus dem Ausland ebenfalls keine Impulse kamen. „Unsere Hauptkunden sowohl in der deutschen als auch der europäischen Industrie sehen sich großen Herausforderungen gegenüber“, erklärte VCI-Präsident Hans Van Bylen.

Die erhoffte Erholung der Autoindustrie und ihrer Zulieferer sei ausgeblieben, und andere wichtige Branchen seien – wenn überhaupt – nur verhalten gewachsen. Geschwächelt habe laut dem Verband auch die Nachfrage nach Chemikalien aus der Metall- und Kunststoffbranche. Für 2019 erwartet der VCI weiter einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 193 Milliarden Euro. Die Produktion in Deutschlands drittgrößter Industriebranche mit 465 000 Beschäftigten könnte um sechs Prozent fallen.

Pessimistischer Ausblick

Von Juli bis September sank die Produktion in der Chemie- und Pharmaindustrie gemessen am Vorquartal um 0,6 Prozent. Dass sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gar um zehn Prozent einbrach, führt der VCI maßgeblich auf die Einstellung eines Blockbuster-Medikaments in Deutschland zurück. Rechnet man den Pharma-Zweig nicht mit, bleibt jedoch noch immer ein Produktionsminus von zwei Prozent.

Der Umsatz der gesamten Branche sank im dritten Quartal auf 45,4 Milliarden Euro – ein Minus von 2,4 Prozent zum Vorquartal und 8,2 Prozent weniger als im boomenden Vorjahreszeitraum. Nach vorn blickt der VCI pessimistisch: Das Geschäft im Inland bleibe schwierig, da Deutschland besonders stark von der weltweiten Konjunktureintrübung betroffen sei. Vormalige Stärken wie der hohe Industrieanteil und die Exportorientierung erweisen sich jetzt als Schwäche. 

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