Wirtschaft

Handel Mit einer Importmesse will Präsident Xi Offenheit zeigen

China am Scheideweg

Archivartikel

Shanghai.Vier Jahrzehnte nach Beginn der Reform und Öffnung steht China am Scheideweg. Der Handelskrieg mit den USA droht, sich in einen „neuen Kalten Krieg“ auszuweiten. Ein Kampf zweier Systeme: Die westliche freie Marktwirtschaft gegen das „China-Modell“ mit einer wieder wachsenden Staatswirtschaft. Staats- und Parteichef Xi Jinping gefiel sich am Montag zum Auftakt der ersten internationalen Importmesse (CIIE) in Shanghai zwar als verbaler Vorkämpfer des freien Welthandels. Doch wurde in seiner Rede vergeblich nach konkreten neuen Reformen für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde gesucht, die auch den Konflikt mit den USA entschärfen könnten.

Europäer „müde“

„Wir meinen es ernst mit der Öffnung des chinesischen Marktes“, beteuerte der Präsident einmal mehr. Doch europäische Unternehmen in China sind nach Angaben der EU-Handelskammer längst „müde“, ständig neue Versprechen zu hören, ohne konkrete Taten zu sehen.

Wie stark der Staat heute wieder überall mitmischt, beweist schon die Messe in der ostchinesischen Hafenmetropole. Wegen des Handelsstreits mit den USA organisierte die kommunistische Führung das Propaganda-Spektakel, allein um zu demonstrieren, dass Chinas Markt doch ganz offen ist und Anstrengungen unternommen werden, die Einfuhren weiter zu steigern. Etwa 3600 Unternehmen aus rund 130 Ländern stellen bis diesen Samstag bei der Messe aus. dpa