Wirtschaft

Weltwirtschaft Pekinger Führung bekräftigt harte Haltung in der Auseinandersetzung um Zölle / Ermittlungen gegen Paketdienst FedEx

China legt im Handelsstreit mit den USA nach

Archivartikel

Peking/Washington.In dem seit fast einem Jahr andauernden Handelskonflikt mit den USA verschärft China die Tonlage. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wirft der US-Regierung vor, einen „Wirtschaftskrieg gegen China“ zu führen, um den Aufstieg der asiatischen Macht zu verhindern.

In den Handelsgesprächen habe Washington mehrere „Rückzieher“ gemacht und trage jetzt die volle Verantwortung für den Stillstand in den Verhandlungen, stellten Staatsmedien am Montag in Kommentaren fest. Zuvor hatte der Staatsrat in Peking ein „Weißbuch“ vorgelegt, in dem einerseits Gesprächsbereitschaft signalisiert, andererseits aber betont wurde, dass China auch keine Angst vor einem Handelskrieg habe.

Sorge vor steigenden Preisen

Die seit Mitte Juni vergangenen Jahres andauernde Handelsauseinandersetzung zwischen den beiden größten Volkswirtschaften hatte sich am Wochenende verschärft. China erließ „Gegenzölle“ als Reaktion auf die Anhebung amerikanischer Sonderabgaben auf Importe aus China Anfang Mai. Auch gegenüber seinem Nachbarn Mexiko schwingt US-Präsident Donald Trump jetzt die Zollkeule. Er droht mit höheren Zöllen, falls Mexiko nicht stärker gegen illegale Auswanderung in die USA vorgeht und seine Grenzsicherung verstärkt.

Im Handelskonflikt mit China sieht Trump weiterhin nur Nachteile für den Kontrahenten. Trump schrieb am Montag auf Twitter, China subventioniere Produkte, damit sie weiterhin in den USA verkauft werden könnten. Es gebe „keine sichtbare Kostensteigerung oder Inflation“ in den USA. Zwar liegt die Inflationsrate weiterhin bei rund zwei Prozent und damit auf einem ähnlichen Wert wie seit 2016. Große US-Einzelhandelskonzerne wie Walmart oder Costco haben nach Medienberichten aber vor steigenden Preisen wegen der Zölle gewarnt.

Unternehmen entschuldigt sich

Die Führung in Peking geht offenbar von einem lange andauernden Konflikt aus. „China ist offen für Verhandlungen, wird aber bis zum Ende kämpfen, wenn es nötig ist“, hieß es in dem „Weißbuch“. Als neueste Waffe will Peking eine Liste mit „unzuverlässigen“ ausländischen Firmen aufstellen. Auf der Strafliste sollen Unternehmen, Personen und Organisationen geführt werden, die den Interessen chinesischer Unternehmen schaden. Auch der US-Paketdienst FedEx geriet zwischen die Fronten. Chinas Behörden ermitteln gegen das Unternehmen, das mehrere Pakete des chinesischen Telekom-Riesen Huawei in die USA umgeleitet hatte. FedEx entschuldigte sich und sagte, die Pakete seien versehentlich fehlgeleitet worden.

Trump hatte den Handelskrieg zuletzt verschärft, indem er Huawei aus Sicherheitsgründen auf eine „schwarze Liste“ gesetzt hatte. Damit unterliegen dessen Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen.