Wirtschaft

Handelskonflikt Weitere Eskalation im Streit mit den USA

China wertet Yuan stark ab

Archivartikel

Peking.Der Handelsstreit zwischen den USA und China eskaliert immer weiter. Nur wenige Tage nach der Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump konterte am Montag China mit einer deutlichen Abwertung seiner Währung. Zudem teilte das Handelsministerium in Peking mit, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren. Die neue Verschärfung des Streits wirkte sich auch auf die Finanzmärkte aus: Die Kurse an der Wall Street gaben deutlich nach, auch der Dax geriet unter Druck.

Die US-Zollerhöhung sei eine „schwere Verletzung“ der Vereinbarung des jüngsten Treffens der beiden Staatsoberhäupter, betonte das chinesische Handelsministerium. Die Einfuhren hatte China vor einiger Zeit als Zugeständnis zugesagt, um den Konflikt zu entschärfen. Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping hatten Ende Juni am Rande des G20-Gipfels einen „Waffenstillstand“ im Handelskrieg und neue Gespräche vereinbart.

Chinas Währung gab am Montag deutlich nach. Ein Dollar kostete erstmals seit 2008 wieder mehr als sieben Yuan. Diese Marke galt unter Experten als vermeintlich „rote Linie“, die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde. Dass sie es jetzt doch zugelassen hat, rief bei Analysten Sorgen hervor: „Die brennende Frage lautet nun, ob China seine Währung zur Waffe stilisieren möchte, um in einem unübersichtlichen Handelskrieg zurückschlagen zu können“, sagte Commerzbank-Experte Hao Zhou. US-Präsident Trump kritisierte die Abwertung scharf. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sprach er von „Währungsmanipulation“. China habe den Yuan-Kurs nahe an ein historisches Tief gesenkt. „Das ist ein schwerwiegender Verstoß, der China im Laufe der Zeit erheblich schwächen wird!“ Der Yuan-Kurs bewegt sich nicht gänzlich frei nach Marktkräften, sondern wird von der Notenbank in Grenzen gesteuert.

Vorteil im globalen Wettbewerb

Die Notenbank führte die Abwertung in einer Stellungnahme auf protektionistische Tendenzen zurück, was als Umschreibung für den Handelsstreit mit den USA gelten kann. Notenbankchef Yi Gang versicherte zugleich, China beabsichtige nicht, seine Währung im Handelskonflikt zu instrumentalisieren.

Trotz derartiger Beschwichtigungen dürfte die US-Regierung alles andere als erfreut sein über die Abwertung des Yuan. Trump hat China zusammen mit Europa in den vergangenen Wochen mehrfach vorgeworfen, die eigene Währung abzuwerten, um sich Vorteile im internationalen Wettbewerb zu verschaffen. Normalerweise werden Ausfuhren in andere Länder durch eine schwächere Währung für ausländische Nachfrager günstiger. In der Regel kommt das der Exportwirtschaft des Landes mit der abwertenden Währung zugute – im aktuellen Fall also China. dpa

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