Wirtschaft

Automobil Vor einem Jahr bewahrte Jifeng den bayerischen Autozulieferer noch vor der Übernahme durch einen umstrittenen Investor

Chinesischer Aktionär will Grammer übernehmen

Archivartikel

Amberg.Der chinesische Autozulieferer Jifeng will jetzt den Autozulieferer Grammer übernehmen – ein Investorenvertrag sei gestern unterschrieben worden, teilte das Unternehmen mit. Sowohl Aufsichtsrat und Börse als auch die Arbeitnehmer reagierten positiv. Jifeng habe schon im Vorfeld freiwillig weitreichende Garantien gegeben, sagte der Amberger IG-Metall-Chef Horst Ott.

Vor einem Jahr hatten sich Management und Arbeitnehmer gemeinsam heftig gegen eine Machtübernahme durch die umstrittene bosnische Investorenfamilie Hastor gewehrt – Jifengs Einstieg als neuer Aktionär war damals als Rettung begrüßt worden.

Inzwischen hält Jifeng 26 Prozent und kündigte ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre vor – mit einem Aufschlag von 17 Prozent über dem bisherigen Aktienkurs. Das Unternehmen wäre Jifeng damit 772 Millionen Euro wert. Als Mindestannahmequote wurden 50 Prozent plus eine Aktie vereinbart.

Der Investorenvertrag regelt die Bedingungen der neuen strategischen Partnerschaft. Grammer bleibe selbstständig und börsennotiert, Management und Struktur blieben unverändert, hieß es aus Industriekreisen. Die Chinesen hätten den Erhalt aller Standorte für fünf Jahre und aller Arbeitsplätze für siebeneinhalb Jahre zugesichert, sagte Ott, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef ist. „Jemand der nichts Gutes im Sinn hat, würde das nicht machen.“ Die weitreichende Absicherung mache ihn zuversichtlich, dass Jifeng wirklich eine strategische Partnerschaft wolle.

Zugang zu Märkten

Grammer hat mit Kopfstützen und Mittelkonsolen für Autos und mit Sitzen für Traktoren, Baumaschinen und Lastwagen im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Jifeng produziert Kopfstützen und Armlehnen für chinesische Autobauer, der Umsatz liegt bei 250 Millionen Euro. Das Unternehmen gehört zu zwei Dritteln der Familie Wang. Vorstand Jimin Wang sagte: „Wir haben den Ehrgeiz, in den nächsten fünf Jahren einer der weltweit führenden Automobilzulieferer zu werden. Durch die Zusammenarbeit mit starken Partnern wie der Grammer AG werden wir unsere Position weiter ausbauen und in China, Europa und Nordamerika investieren.“

Durch bekomme Zugang zu internationalen Märkten, gemeinsam könnten sie Kosten sparen und Synergien heben. GrammerJifengdpa