Wirtschaft

Industrie Bundesregierung will Verkauf von Leifeld verhindern

Chinesischer Investor unerwünscht

Archivartikel

Berlin.Die Bundesregierung will die Übernahme einer deutschen Firma durch Chinesen verhindern. Die Regierung lege ihr Veto ein gegen den Verkauf des westfälischen Werkzeugmaschinenherstellers Leifeld Metal Spinning an chinesische Investoren, berichtete die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Regierungskreise. Dies wurde der Deutschen Presse-Agentur gestern aus Koalitionskreisen bestätigt. Grund sei, dass ein Verkauf die öffentliche Ordnung oder Sicherheit Deutschland gefährden könne. Das Kabinett wolle am 1. August einen entsprechenden Beschluss treffen.

Materialien für Nuklearbereich

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, man könne zu einzelnen Investitionsprüfungen keine Stellung nehmen. Auch die Firma lehnte eine Stellungnahme ab. Das Ahlener Unternehmen beschäftigt laut „Wirtschaftswoche“ rund 200 Mitarbeiter. Die Firma sei Technologieführer bei hochfesten Materialien, die in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommen, aber auch im Nuklearbereich verwendbar seien.

Es wäre laut Berichten das erste Mal, dass Deutschland die neue Außenwirtschaftsverordnung anwendet und den Einstieg ausländischer Investoren auf dieser Grundlage verbietet. Die Bundesregierung hatte 2017 ihr Vetorecht gegen die Übernahme strategisch wichtiger Firmen durch ausländische Investoren ausgebaut. Damit hatte sie auf mehrere Firmenübernahmen vor allem durch chinesische Unternehmen reagiert. dpa