Wirtschaft

Telekommunikation Starke Einbußen in Südeuropa

Corona trifft Vodafone

Archivartikel

London/Düsseldorf.Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone hat im abgelaufenen Quartal wegen der Corona-Krise in vielen europäischen Ländern deutliche Einbußen einstecken müssen. Insbesondere in den von der Pandemie schwer getroffenen Ländern Italien, Spanien und Großbritannien kam es zu teils deutlichen Rückgängen. In Deutschland, Vodafones größtem Einzelmarkt, hielten sich die Erlöse aus eigener Kraft dagegen stabil. Vodafone-Chef Nick Read will die Investoren mit dem geplanten Börsengang der europäischen Funkturmsparte im kommenden Frühjahr in Frankfurt aber bei Laune halten. Die Aktie sackte in London jedoch spürbar ab.

In Deutschland seien die Auswirkungen der Corona-Krise in Deutschland aber begrenzt gewesen, hieß es. Weil die Anzahl der Kabel-Abonnenten um 74 000 stieg und sich zunehmend mehr Kunden für schnellere Internetgeschwindigkeiten entschieden, konnte Vodafone Deutschland den organischen Rückgang der Umsätze im Mobilfunk um drei Prozent wettmachen. Inklusive der Effekte aus der Übernahme des Kabelanbieters Unitymedia kletterte der Service-Umsatz - also ohne den Verkauf von Endgeräten wie Handys und Tablets – hierzulande gar um ein Viertel auf 2,84 Milliarden Euro.

Weltweit ging der Service-Umsatz auf vergleichbarer Basis um 1,3 Prozent zurück, wie das Unternehmen mitteilte. In den vergangenen Quartalen hatte Vodafone noch einen starken Trend nach oben mit Wachstumsraten von zuletzt 1,6 Prozent aufzuweisen. Insgesamt rutschten die Erlöse auf Konzernebene um 1,4 Prozent auf 10,51 Milliarden Euro ab. Um Zu- und Verkäufe sowie um Wechselkursschwankungen bereinigt wäre es sogar ein Minus von 2,8 Prozent gewesen.

„Börsengang ein starkes Signal“

Bei dem seit rund einem Jahr angepeilten Börsengang der Funkturmsparte konnte sich die Frankfurter Börse gegen den Rivalen London durchsetzen. „Dass nach Siemens Energy nun auch Vodafone für Vantage Towers einen Börsengang in Frankfurt plant, ist ein starkes Signal für den deutschen Kapitalmarkt, über das ich mich sehr freue“, sagte Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer. Das neue Unternehmen Vantage Towers umfasst mehr als 68 000 Masten aus neun Ländern, rund 19 400 davon in Deutschland. dpa

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