Wirtschaft

Zwischenbilanz Mannheimer Bioethanol-Hersteller bekräftigt Aussicht auf gutes Geschäftsjahr

CropEnergies korrigiert seine Ziele nach oben

Mannheim.CropEnergies hat es schon wieder getan: Der Mannheimer Bioethanol-Hersteller hebt nach dem zweiten Quartal die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. "Es zeichnet sich ab, dass 2017/18 wieder ein gutes Jahr für CropEnergies wird, auch wenn die Ethanolpreise (stark) schwanken", sagt Vorstandschef Joachim Lutz. "Alle unsere Anlagen laufen mit hoher Auslastung, auch in England." Schon nach dem erfolgreichen ersten Quartal hatte CropEnergies die Prognosen angehoben.

Das Unternehmen erwartet jetzt einen Umsatz zwischen 880 und 920 Millionen Euro - bisher ist CropEnergies von 850 bis 900 Millionen Euro ausgegangen. Das operative Ergebnis soll zwischen 60 und 90 Millionen Euro - bisher zwischen 50 und 90 Millionen Euro - liegen. Die Anleger reagierten zunächst positiv auf die Erhöhung, im frühen Handel stieg die Aktie deutlich.

CropEnergies stellt aus Zuckerrüben und Getreide Bioethanol her. Ölkonzerne wie Aral mischen es Spritsorten wie E 10 bei, das bis zu zehn Prozent Bioethanol enthält. Im zweiten Quartal selbst stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 229 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Ebit) legte auf rund 24 nach zuvor 22 Millionen Euro ebenfalls zu.

Höhere Börsenliga angepeilt

Der Mannheimer Bioethanol-Hersteller ist stark abhängig von politischen Vorgaben für Biokraftstoffe. Derzeit arbeitet die EU-Kommission an entsprechenden Regeln für die Jahre 2020 bis 2030, um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen. "Klar ist: Wir brauchen alle Alternativen zu Öl", sagt CropEnergies-Vorstandschef Lutz.

Zuletzt hatte er kritisiert, die Europäische Union konzentriere sich zu wenig auf lokal produzierte Biokraftstoffe, die dabei helfen sollen, das gefährliche Treibhausgas CO2 einzusparen. Mit ersten Details aus Brüssel rechnet Lutz Mitte nächsten Jahres.

Das gute zweite Quartal und die verbesserte Prognose passen zu den Plänen von CropEnergies: Mittelfristig strebt Lutz in den TecDax oder S-Dax. In einer höheren Börsenliga hätte das Unternehmen unter anderem einen breiteren Zugang zu Investoren. Derzeit ist es noch im ÖkoDax gelistet.

CropEnergies gehört zum Mannheimer Südzucker-Konzern, der heute den Bericht für das zweite Quartal vorlegt.