Wirtschaft

Heimtierbedarf Große Anbieter verzeichnen üppige Wachstumsraten / Allein in Deutschland gibt es rund 35 Millionen Haustiere

Das Geschäft mit der Tierliebe boomt

Düsseldorf.Rund fünf Milliarden Euro geben die Deutschen im Jahr für Tierfutter und Zubehör vom Kratzbaum für die Katze bis zum Hundehalsband aus. Und auch den anderen Europäern sind ihre vierbeinigen Lieblinge teuer. Die großen Heimtierbedarf-Anbietern profitieren. Allein Marktführer Fressnapf steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz europaweit um fast 10 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, wie Gründer Torsten Toeller am Mittwoch in Düsseldorf berichtete.

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Der Marktführer im Online-Handel mit Heimtierprodukten, Zooplus, steigerte seine Umsätze 2019 gar um 14 Prozent auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Und auch der Wettbewerber Futterhaus erzielt ein Umsatzplus von 9,3 Prozent und verkaufte Waren für über 400 Millionen Euro. Damit sichert sich das Trio einen immer größeren Anteil des Marktes, der lange vom Lebensmittelhandel und kleineren Fachhändlern geprägt wurde.

Welche Dynamik in der Branche steckt, zeigt nicht zuletzt das Beispiel Fressnapf. Das Unternehmen begeht in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Erst 1990 eröffnete Torsten Toeller in Erkelenz seine erste Filiale. „Das war kein Selbstläufer. Die ersten Jahre waren echt hart. Ein paar Mal wäre ich fast pleite gewesen“, erinnert er sich heute.

Doch erwiese sich das Konzept – große Auswahl, kleine Preise – am Ende als goldrichtig. Heute, 30 Jahre später, betreibt Fressnapf 1630 Filialen in elf Ländern und beschäftigt rund 13 000 Menschen. Im Internethandel kann Fressnapf bisher Zooplus jedoch nicht das Wasser reichen. Der 1999 gegründete reine Online-Händler für Heimtierbedarf steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 182 Millionen Euro auf über 1,5 Milliarden Euro. Fressnapf kam trotz eines Wachstums von mehr als 21 Prozent nur auf 110 Millionen Euro Online-Umsatz.

Das stürmische Wachstum des reinen Internethändlers hat allerdings seinen Preis. Während Fressnapf laut Toeller „überaus profitabel“ ist, musste Zooplus allein für die ersten neun Monate des vergangenen Jahres einen Verlust von mehr als 10 Millionen Euro ausweisen – wegen hoher Ausgaben für die Neukundengewinnung. Auch Fressnapf ist mittlerweile dabei, sein Online-Standbein kräftig zu stärken. Bis 2025 will Toeller Fressnapf zu einer Plattform ausbauen, die mit ihren Läden, Apps und Online-Angeboten für praktisch alle Probleme der Tierhalter eine Antwort bietet.

Einen ganz anderen Weg geht Futterhaus. Statt des Online-Handels setzt es allein auf 385 Filialen in Deutschland und Österreich. Trotzdem gelang auch ihm 2019 ein Umsatzplus von über 9 Prozent auf mehr als 400 Millionen Euro. 

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