Wirtschaft

Studie Prognosen im Jahr 2017 häufig nach oben korrigiert / US-Steuerreform setzt einigen Konzernen zu – etwa Heideldruck

Dax-Konzerne überraschend erfolgreich

Frankfurt/Walldorf.Die Mehrheit der deutschen Börsenschwergewichte hat einer Studie zufolge Anleger im vergangenen Jahr positiv überrascht. 57 Prozent der 30 Dax-Unternehmen korrigierten ihre Prognose im Verlauf des Jahres mindestens einmal nach oben, wie aus einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervorgeht. Nur zehn Prozent der Unternehmen aus der höchsten deutschen Börsenliga kassierten ihre Gewinn- oder Umsatzerwartungen.

„Die Konjunktur hat sich in den vergangenen Monaten besser entwickelt als erwartet – sowohl in Europa als auch in anderen Regionen wie Asien und Nordamerika“, sagte EY-Partner Marc Förstemann. „Viele Unternehmen hatten das Geschäftsjahr vorsichtig geplant, für diese kam die weiterhin sehr positive Entwicklung überraschend.“

Politische Unwägbarkeiten

Andererseits führten den Angaben zufolge steigende Rohstoffpreise, der stärkere Euro, die Politik der US-Regierung unter Donald Trump sowie die nachlassende Dynamik der britischen Wirtschaft nach dem Brexit-Votum im Sommer 2016 bei einigen Unternehmen zu Einbußen.

Vor allem die milliardenschwere US-Steuerreform hinterließ teilweise tiefe Kratzer in den Bilanzen. Zwar senkte sie die Steuerquote für Firmen deutlich. Zugleich können Verluste aus der Vergangenheit nicht mehr im gleichen Maße auf künftige Steuern angerechnet werden. Das belastetet Unternehmen wie die Deutsche Bank, Heidelberger Druckmaschinen oder das Gendiagnostik- und Biotechunternehmen Qiagen. Die Autobauer Daimler und BMW profitierten dagegen von den Änderungen.

Insgesamt zählte EY im vergangenen Jahr 95 Korrekturen nach unten, so genannte Gewinn- oder Umsatzwarnungen. Das waren 44 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit 2011, als die Analyse erstmals durchgeführt wurde. Zugleich stieg die Zahl der positiven Korrekturen von 89 auf den Rekord von 199.

Die hohe Zahl von Prognosekorrekturen zeige, dass die weltweiten wirtschaftlichen und politischen Unwägbarkeiten inzwischen erhebliche Spuren im operativen Geschäft vieler deutscher Unternehmen hinterließen, erklärte Förstemann. „Politische Entscheidungen sind weniger berechenbar geworden, weitere geopolitische Spannungen können jederzeit ausbrechen, neue Technologien haben teils massive Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Unternehmen.“ dpa