Wirtschaft

Finanzen Der Deutsche Aktienindex ist 30 Jahre alt – und setzt den Abwärtstrend der vergangenen Tage fort

Dax verliert auch am Geburtstag

Archivartikel

Frankfurt.Ein Geburtsgeschenk gibt es nicht, vom Feiern lassen sich Deutsche Börse-Chef Theodor Weimer, etliche Vorstände und Vertreter der Frankfurter Finanzgemeinde trotzdem nicht abhalten. Manfred Zaß, der den Namen des Geburtstagskindes kreierte, läutet gestern um 9 Uhr zur Feier des Tages die Börsenglocke und startet damit den Handel im Börsensaal, nach dem sich auch der Deutsche Aktienindex Dax berechnet – der jetzt 30. Geburtstag feierte. Doch an seinem Ehrentag kann das wichtigste deutsche Börsenbarometer den jüngsten Abwärtstrend nicht stoppen.

Der von US-Präsident Trump angezettelte Handelsstreit mit seinen Nachbarn, mit China und Europa hinterlässt seine Spuren ebenso wie das heftige Gerangel in der Bundesregierung um das Thema Asyl und das drohende Scheitern der Koalition. Seit Jahresanfang hat der Dax gut fünf Prozent verloren, seit dem Rekordhoch am 23. Januar von fast 13 600 Zählern sogar fast zehn Prozent.

Zugelegt hat er seit seiner ersten Berechnung am 1. Juli 1988 trotzdem – ausgehend von damals 1163 Punkten um im Schnitt mehr als acht Prozent pro Jahr. Und das trotz einiger zwischenzeitlicher Durststrecken. „Der Dax ist eine Institution – Investoren vertrauen ihm, Medien blicken auf ihn“, sagt Weimer vor der großen Dax-Tafel. „Er ist eine Fieberkurve der deutschen Wirtschaft.“

Erweiterung denkbar

Von einem Leuchtturm für das deutsche Börsenwesen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus spricht Zaß, ehemaliger Chef der Dekabank und zu Gründungszeiten Aufsichtsrat der Frankfurter Wertpapierbörse. Für die Deutsche Börse ist der Dax das Aushängeschild: Allabendlich flimmern die Kurse zur besten TV-Sendezeit in Deutschlands Wohnzimmer.

Die Aktien der 30 wichtigsten deutschen Unternehmen bilden in wechselnder Besetzung den Dax. Es könnten allerdings auch mehr sein, deutet Weimer gestern an, bevor er die große Geburtstagtorte anschneidet. „Von der Größenordnung der deutschen Wirtschaft her wäre es durchaus gerechtfertigt, dass man mal perspektivisch darüber nachdenkt, den Dax auch etwas breiter aufzustellen.“ Konkrete Pläne gebe es freilich nicht, sagt der Börsenchef auch. Nicht ausgeschlossen ist aber, dass der Dax seinen 50. Geburtstag mit 50 Werten feiert.