Wirtschaft

Finanzen Fondsanbieter der Sparkassen will Kosten senken / Gespräche mit Arbeitnehmervertretern laufen

DekaBank streicht bis zu 400 Stellen

Frankfurt.Die DekaBank, der Investmentfondsanbieter der Sparkassen, hat 2018 gute Geschäfte gemacht und den Gewinn leicht auf 452 Millionen Euro gesteigert. Trotzdem wird es in den kommenden Jahren Einschnitte geben. Bis zu 400 Vollzeitstellen und damit rund zehn Prozent der aktuell knapp 4200 Arbeitsplätze will das Institut streichen. Die Bank müsse effizienter werden, sagte Vorstandschef Michael Rüdiger gestern bei der Bilanzpressekonferenz. Das sei wichtig, um Zukunftsinvestitionen stemmen zu können.

Der Stellenabbau soll sozialverträglich über die Nicht-Besetzung freiwerdender Stellen sowie durch Vorruhestandsregelungen erreicht werden. Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung über eine Rahmenvereinbarung laufen bereits. Die jährlichen Kosten will die DekaBank, die zu 100 Prozent den Sparkassen gehört, auf unter eine Milliarde Euro pro Jahr drücken. 2018 lagen sie bei rund 1,06 Milliarden Euro.

„Die Effizienzgewinne sind notwendig, damit wir uns den Gestaltungsspielraum bewahren, weiter in unser Geschäftsmodell investieren zu können und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Deka-Gruppe zu sichern“, sagte Rüdiger. In den kommenden Jahren sollen rund 100 Millionen Euro insbesondere in die Digitalisierung gesteckt werden.

288 Milliarden Euro Kundengelder

Die DekaBank verwaltete für Kunden der Sparkassen in Form von Fonds und Zertifikaten Ende Februar rund 288 Milliarden Euro. 2018 wurden netto für 11,8 Milliarden Euro neue Fonds und Zertifikate verkauft, 2017 war es mit 25,7 Milliarden allerdings deutlich mehr. An die Sparkassen schüttet die DekaBank eine Dividende von insgesamt 162 Millionen Euro aus.

Rüdiger befürwortete die von Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis ins Auge gefasste Sparkassen-Zentralbank aus NordLB, Landesbank Baden-Württemberg und Landesbank Hessen-Thüringen plus möglicherweise der DekaBank. Es sei gut, dass offen über die optimale und zukunftsfähige Aufstellung des Sektors diskutiert werde. Wenn eine Sparkassen-Zentralbank klar auf die Bedürfnisse der Institute und ihrer Kunden ausgerichtet werde, sei er dafür, so Rüdiger.