Wirtschaft

Ryanair Erster nationaler Ausstand ab morgen möglich

Deutsche Piloten vor Premiere

Dublin/Frankfurt.Beim Billigflieger Ryanair bereiten die in Deutschland stationierten Piloten einen ersten regulären Streik vor. Das Unternehmen habe nichts vorgelegt, was man als neues Angebot werten könne, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) gestern der Deutschen Presse-Agentur. In der Nacht war eine letzte Frist der VC für ein verbessertes Tarifangebot abgelaufen. Man werde heute weitere Maßnahmen bekanntgeben, kündigte die Gewerkschaft an. Sie hat sich selbst eine Ankündigungsfrist von 24 Stunden für Streiks gesetzt, so dass ein Arbeitskampf frühestens morgen beginnen könnte.

Basen in Frankfurt und am Hahn

Ryanair hatte nach eigenen Angaben bereits am Freitag ein neues Schreiben an die VC übermittelt. „Aus unserer Sicht war das nur eine Zusammenfassung der bisherigen Positionen. Das Signal ist ausgeblieben“, erklärte dazu VC-Sprecher Janis Schmitt. An seinen zehn deutschen Basen unter anderem in Frankfurt, Berlin und am Flughafen Frankfurt-Hahn beschäftigt Ryanair rund 400 Flugzeugführer, ein Zehntel der gesamten Pilotenschaft.

Ein Ausstand der deutschen Kapitäne und Co-Piloten wäre der bislang größte Pilotenstreik in der Geschichte von Ryanair. Bislang hat allein die irische Gewerkschaft FORSA in dem europaweit geführten Tarifkonflikt vier Streiktage durchgeführt. Unter anderem wegen langer Ankündigungsfristen von sieben Tagen hatte das jeweils nur zu zweistelligen Flugausfällen zwischen Irland und Großbritannien geführt.

Laut VC sind in Deutschland inzwischen an die 90 Prozent bei Ryanair direkt angestellt und damit leichter für einen Arbeitskampf zu erreichen. In anderen Ländern gebe es noch wesentlich mehr selbstständige Piloten – ein Beschäftigungsmodell, das hierzulande ins Visier der Steuerfahndung geraten ist. Ein erster Warnstreik der deutschen Piloten kurz vor Weihnachten hatte allerdings nicht zu Flugausfällen geführt. Für diesen Freitag haben bereits die Pilotengewerkschaften aus Schweden, Belgien und erneut Irland Arbeitsniederlegungen angekündigt. dpa

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