Wirtschaft

Wasserstoff-Energie Neue Strategie und Milliarden-Zuschüsse

Deutschland soll Vorbild werden

Archivartikel

Berlin.Deutschland soll nach dem Willen der großen Koalition bei der Nutzung neuartiger klimafreundlicher Wasserstoff-Energie weltweit zum Vorbild werden. Dazu verabschiedete das Bundeskabinett in Berlin eine Strategie, die Milliarden-Zuschüsse, rechtliche Erleichterungen und konkrete Produktionsziele vorsieht. Neben den laufenden Förderprogrammen soll mit sieben Milliarden Euro erreicht werden, dass sich Wasserstoff am Markt durchsetzt, weitere zwei Milliarden sind für internationale Partnerschaften eingeplant. Im Zentrum steht dabei sogenannter grüner Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen wird.

Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen. Die Strategie kommt mit gut einem halben Jahr Verspätung, da wichtige Fragen zwischen den Ministerien umstritten waren. Bis 2030 sollen in einem ersten Schritt Erzeugungsanlagen für Wasserstoff von bis zu fünf Gigawatt Gesamtleistung in Deutschland entstehen. Ein Nationaler Wasserstoffrat soll die Politik in Zukunft beraten, zudem soll es einen Innovationsbeauftragten beim Bund geben. Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte, um weltweit an die Spitze zu kommen, brauche es noch „jede Menge Forschung und Entwicklung“. Jetzt gelte es, die Technologien im großen Maßstab in die Praxisanwendung zu bringen. Für die Wasserstoff-Produktion braucht es aber sehr viel Energie. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) mahnte, wer Ja zu Wasserstoff sage, müsse auch Ja zum Ausbau der Windkraft sagen, weil es zusätzlich Ökostrom brauche.

Ein großer Teil der benötigten Wasserstoff-Menge muss aber auf absehbare Zeit importiert werden. Entwicklungsminister Gerd Müller unterzeichnete eine Vereinbarung mit Marokko zum Aufbau einer ersten industriellen Produktionsanlage für Wasserstoff in dem Land. dpa

Zum Thema