Wirtschaft

Die Zeit drängt

Archivartikel

Beim Ausbau der Elektro-Mobilität hakt es in Deutschland an mehreren Stellen: Die Kunden sind skeptisch, die deutschen Autobauer haben die Pionierarbeit lange anderen überlassen. Und der Bau von Ladesäulen kommt schleppend voran. Dabei drängt inzwischen die Zeit.

Die Niederlande wollen, dass Benzin- und Dieselautos ab 2030 nicht mehr zugelassen werden dürfen. Frankreich hat sich 2040 zum Ziel gesetzt, Norwegen schon 2025. Ob sich diese Ziele halten lassen, bleibt abzuwarten. In jedem Fall aber geht der Trend im Ausland klar in Richtung E-Mobilität. In China sind bereits rund 780 000 E-Autos unterwegs.

Und in Deutschland? Die Fördermittel, aus denen Regierung und Hersteller eine Kaufprämie für Elektro-Autos bezahlen, werden nicht ausgeschöpft. Zum Teil ist das verständlich. Um sorgenlos mit dem Elektro-Auto durchs Land zu fahren, wäre eine gute Ladeinfrastruktur nötig. Zu Hause zu laden, ist zwar am günstigsten – auf längeren Touren sind Fahrer aber auch auf öffentliche Stationen angewiesen.

Vier große Autobauer haben sich inzwischen zusammengeschlossen, um 400 Schnellladestationen zu bauen. Unternehmen wie Aldi und Ikea bieten kostenloses Laden an. Aber auch staatliche Akteure sind gefragt. Wie sie sich einbringen können, zeigen einige niederländische Städte: Dort können Anwohner beantragen, dass in der Nähe ihres Wohnorts eine Ladestation gebaut wird. So ist garantiert, dass der Strom dort zur Verfügung steht, wo er gebraucht wird. Das hilft vor allem den Fahrern, die nicht über eine eigene Garage oder einen Hof verfügen, um ihren Wagen selbst zu laden.