Wirtschaft

Automobil Konzern leidet vergleichsweise wenig unter Nachfrageschwäche / Kosten für Abgasskandal drücken Gewinn um 7,5 Prozent

„Dieselgate“ bremst Volkswagen erneut

Archivartikel

Wolfsburg.Volkswagen hat trotz trüber Autokonjunktur im ersten Quartal vergleichsweise wenig Federn lassen müssen – dafür kostet der Skandal um manipulierte Dieselmotoren erneut mehr Geld. Sondereinflüsse aus Rechtsrisiken von einer Milliarde Euro sorgten für Gewinneinbußen, wie der Branchenprimus gestern mitteilte. Dabei ging es wieder um den Dieselskandal. Die Abgasrechnung stieg damit ein weiteres Mal, die Bewältigung von „Dieselgate“ kostete Volkswagen inzwischen 30 Milliarden Euro.

Mit Blick auf die Konkurrenz und die schwachen Verkaufszahlen des ersten Quartals fielen „die Umsatz- und Ergebnisgrößen des Volkswagen-Konzerns relativ stark aus“, urteilte NordLB-Analyst Frank Schwope. Konzern-Finanzchef Frank Witter sprach von einem guten Start ins Jahr.

Finanzanlagen neu bewertet

Dennoch wirkten sich der schwache Markt in China und die Milliardenkosten für Rechtsstreitigkeiten aus – unter dem Strich verdiente der Konzern im ersten Quartal 3,05 Milliarden Euro und damit 7,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Vor Zinsen und Steuern gab das Ergebnis um gut acht Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro nach.

Der VW-Konzern profitierte beim Betriebsergebnis von einer Neuregelung in der Rechnungslegung. Eine positivere Neubewertung von Finanzinstrumenten brachte 400 Millionen Euro. Unter Ausklammerung der neuen Dieselkosten steigerte der Konzern damit sein operatives Ergebnis im ersten Quartal um 15,2 Prozent auf über 4,8 Milliarden Euro – im Branchenvergleich eine bislang glimpfliche Fahrt durch den Abschwung an den Märkten.

Derzeit schraubt VW vor allem den Anteil der angesagten Stadtgeländewagen nach oben. Nach Angaben von Konzern-Vertriebschef Christian Dahlheim soll der SUV-Anteil von zuletzt 23 Prozent im laufenden Jahr auf 33 Prozent der weltweiten Auslieferungen steigen – und 2020 sogar auf rund 40 Prozent. Die Verkaufszahlen von Elektroautos will VW in diesem Jahr auf über 100 000 vervierfachen – und 2020 dann auf mehr als eine halbe Million verfünffachen. Im ersten Quartal lieferte Volkswagen rund 2,6 Millionen Fahrzeuge aus, 2,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz stieg dennoch um 3,1 Prozent auf 60 Milliarden Euro. dpa