Wirtschaft

Volkswagen Vorstandschef bedauert Satz „Ebit macht frei“

Diess: Es tut mir leid

Wolfsburg.VW-Chef Herbert Diess (Bild) hat Manager des Konzerns mit dem Satz „Ebit macht frei“ auf straffe Gewinnziele eingeschworen und sich damit Ärger eingehandelt. Diess hatte den Ausspruch im Zusammenhang mit der operativen Rendite verschiedener Konzernmarken verwendet – die Wortwahl erinnert an den Schriftzug „Arbeit macht frei“, den die Nationalsozialisten an den Toren mehrerer Konzentrationslager angebracht hatten. Dort starben während der NS-Diktatur Millionen Menschen, viele von ihnen Juden. Am Dienstag entschuldigte sich der VW-Chef für den Satz, der bei einer internen Veranstaltung gefallen war.

„Es war in keiner Weise meine Absicht, diese Aussage in einen falschen Zusammenhang zu setzen“, sagte Diess gestern. „Dass diese Möglichkeit besteht, daran habe ich in diesem Moment nicht gedacht.“ Über die Wortwahl und die anschließende Entschuldigung hatte zuvor das „Manager Magazin“ berichtet.

„Sehr unglückliche Wortwahl“

„Ebit“ bezeichnet eine betriebswirtschaftliche Gewinnkenngröße (earnings before interest and taxes – Gewinn vor Steuern und Zinsen). Darauf habe sich seine Aussage bezogen, sagte Diess. „Im Volkswagen Konzern gibt es Marken mit unterschiedlich hoher operativer Rendite. Marken mit einer hohen Rendite verfügen erfahrungsgemäß über eine höhere Entscheidungsfreiheit im Konzern“, erklärte der Manager. „Tatsächlich war es eine sehr unglückliche Wortwahl, und falls ich damit unbeabsichtigt Gefühle verletzt haben sollte, tut mir das außerordentlich leid. Dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen“, sagte Diess. dpa/fas (BILD: dpa)