Wirtschaft

Volkswagen Große Machtfülle für Vorstandsvorsitzenden

Diess verzichtet auf „Revolution“

Wolfsburg.Elektromobilität, IT im Auto, Markengruppen: Der neue Vorstandschef Herbert Diess will VW im Wettrennen mit anderen Herstellern und Technologiekonzernen schlagkräftiger machen. Sein Ziel sei es, beim größten Autohersteller der Welt das Tempo für Innovationen zu erhöhen und neue Akzente zu setzen, sagte der Manager am Freitag in Wolfsburg. Eine „Revolution“ aber sei nicht geplant.

Diess löst Matthias Müller ab, der im Konzern bleiben soll, aber noch keine klar umrissene Rolle hat. Der neue Mann an der VW-Spitze – bisher Leiter der Kernmarke und früher bei BMW – kann seine Aufgaben mit einer großen Machtfülle angehen. Diess behält in der Hauptsparte VW Pkw ebenfalls die Zügel in der Hand, was auch auf Kritik stößt. Diess verantwortet zusätzlich die Konzernentwicklung und -forschung. Außerdem lenkt er die Fahrzeug-IT – also alles rund um die Vernetzung des Autos.

„Letztlich eine gute Zeit“

Betriebsratschef Bernd Osterloh, der im Rahmen des Sparprogramms „Zukunftspakt“ noch Bedenken an Diess’ Führungsstil geäußert hatte, kündigte nun die volle Unterstützung der Arbeitnehmer an. Er begrüße es ausdrücklich, dass der Konzern und die Marke VW Pkw wieder in Personalunion geführt werden sollen, schrieb Osterloh in einem Brief an die Belegschaft. Ex-Chef Müller wandte sich ebenfalls an die Mitarbeiter: Er sei froh, dass es bei der Neuausrichtung Erfolge gebe – mit weniger Hierarchie und der „Strategie 2025“ unter anderem zur E-Mobilität. „Es war fordernd, nicht selten nervenaufreibend, aber letztlich war es eine gute Zeit“, schrieb er. 

Zum Thema