Wirtschaft

Brexit Deutsche Wirtschaft rüstet sich für einen ungeregelten Austritt Großbritanniens

DIHK warnt vor „Schock“

Berlin.Die deutsche Wirtschaft stellt sich immer mehr auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU ein – und will das Schlimmste verhindern. „Mit Blick auf das schnell näher rückende Austrittsdatum müssen wir unsere Kräfte bündeln, um auch die Unternehmen zu erreichen, die sich bisher noch nicht auf den Brexit vorbereitet haben“, steht in einem Brief von DIHK-Präsident Eric Schweitzer an die Spitzen der Industrie- und Handelskammern in Deutschland. Ein ungeregelter Brexit mit Wirkung Anfang November sei „leider ein sehr wahrscheinliches Szenario.“

Handelsrechtlich werde das Vereinigte Königreich Anfang November mit hoher Wahrscheinlichkeit über Nacht zum Drittstaat und erhalte damit quasi von einer Minute auf die andere den gleichen Status wie beispielsweise die Mongolei oder Kambodscha. „Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft dürfte dies von vielen Unternehmen auf allen Seiten als große Herausforderung, wenn nicht sogar als Schock erlebt werden.“

Vor allem Betriebe, die bislang über keine Erfahrungen im Geschäft mit Drittländern verfügten, müssten dann schlagartig mit erheblichen Veränderungen klarkommen. Nach Schätzungen des DIHK stehen insgesamt rund 70 000 deutsche Unternehmen in Geschäftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich.

Nicht nur Zölle in Höhe von mehreren Milliarden Euro, sondern auch Zollbürokratie in Höhe von rund 200 Millionen Euro jährlich kämen bei einem ungeregelten Brexit nach DIHK-Schätzungen auf deutsche Unternehmen zu. Zudem drohe zusätzliche Brexit-Bürokratie etwa in den wichtigen Bereichen Transport, Steuern oder Datenaustausch sowie große Unsicherheiten beim Aufenthaltsstatus der Mitarbeiter. 

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