Wirtschaft

Chemie Rechtsstreit mit Landarbeitern aus Nicaragua

Dow-Werke gepfändet

Archivartikel

Schkopau.Ein Jahrzehnte langer Rechtsstreit zwischen dem US-Konzern Dow Chemical und nicaraguanischen Landarbeitern über Entschädigungszahlungen hat jetzt Dow-Tochtergesellschaften in Sachsen-Anhalt und Sachsen erreicht. Die Anteile des US-Konzerns an der Dow Olefinverbund GmbH sind gepfändet worden. Nach weiteren Angaben des zuständigen Amtsgerichts Merseburg vom Donnerstag wurde der Pfändungsbeschluss am 1. Oktober erlassen. Eine Sprecherin von Dow Chemical bestätigte, dass die Pfändung vergangene Woche erfolgt sei.

Mit einer Pfändung von Anteilen und einem solchen Zugriff auf Vermögenswerte sollen Schadenersatzforderungen gesichert werden. Eine Konsequenz dieser Pfändung sei, dass die Tochterfirma keine Gewinnbeteiligung an Dow abführen dürfe, so das Amtsgericht Merseburg. Auch ein Verkauf der Anteile sei nicht möglich. Auswirkungen auf die Mitarbeiter oder die Produktion in Sachsen und Sachsen-Anhalt habe die Pfändung nicht, sagte die Dow-Sprecherin.

Der US-Konzern spricht von einem rechtswidrigen Beschluss. „Verschiedene Gerichte haben sich wiederholt geweigert, ähnliche nicaraguanische Urteile durchzusetzen, da Dow grundlegende Rechte in Bezug auf ein ordentliches Gerichtsverfahren in Nicaragua verweigert wurden“, heißt es in einer Stellungnahme. dpa

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