Wirtschaft

Druck aufbauen

Archivartikel

Vor allem für die Frauen auf den Teeplantagen nicht nur in Indien, auch in Sri Lanka, auf Mauritius, in Kenia oder auch in China ist es ein Knochenjob – das Pflücken der Tee-Blätter. Die jetzt vorgelegte Studie der Organisation Oxfam zeigt das eindrücklich, auch wenn sie nur einen Blick auf – die erschreckenden – Verhältnisse im indischen Assam wirft. 13 Stunden-Tage für Hungerlöhne, die nicht einmal reichen, um sich ausreichend zu ernähren.

Das Beispiel Tee zeigt, dass zum einen der Preisdruck von Supermarkt- und Discount-Ketten auf die Teefirmen massiv ist. Und zum anderen, dass ein Gesetz, dass die Lieferketten von Produkten aufzeigt, die in deutsche Supermärkte kommen, überfällig ist. Wo kommt der Tee her, wie wurde er angebaut, was hat der Zwischenhändler verdient, was die Teefirma? Immerhin haben verantwortungsbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande die Wahl, ihren Tee im fairen Handel zu kaufen oder bei fairen Direkt-Anbietern im Internet, die offenlegen, wo der Tee herstammt, und wer wie entlohnt wird. Dieser Tee ist und muss teurer sein als die Teebeutel im Supermarkt.

Je mehr Verbraucher diesen fairen und transparenten „Tee-Weg“ gehen, desto größer wird der Druck auf die großen Firmen und Supermärkte, diesem Beispiel zu folgen. So hat es der Teetrinker hierzulande zu einem Großteil in der Hand, wie es den Teepflückerinnen in Indien oder in Kenia geht.

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