Wirtschaft

Energie Niedrigwasser der Flüsse verursacht höhere Transportkosten / Euro-Kurs wirkt sich aus / Händler erwarten für den Rest des Jahres stabile Entwicklung

Dürre macht Heizöl deutlich teurer

Frankfurt.Nicht etwa die US-Sanktionen gegen das wichtige Öl-Land Iran, sondern die anhaltende Trockenheit in Deutschland hat den Preis für Heizöl zuletzt nach oben getrieben – und wird ihn möglicherweise weiter treiben. Grund: Die Tankschiffe auf den Flüssen können derzeit ihrer Kapazität nur zu 30 bis 40 Prozent ausnutzen, weil sie sonst zu schwer und der Tiefgang bei niedrigen Wasserständen zu groß wäre. „Trotzdem müssen die Händler den Transport voll bezahlen. Das alles treibt den Preis um zwei bis drei Cent pro Liter“, sagte Energiehändler Bernd Schilly vom Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) gestern in Frankfurt.

Zugleich stiegen dadurch auch die Logistikkosten bei den Händlern. Heizöl kostet deshalb aktuell mit rund 77 Cent pro Liter bei einer Abnahme von 3000 Litern 20 Cent mehr als vor einem Jahr. Verstärkt wird der Preisdruck, wie Schilly und VEH-Geschäftsführer Hans-Jürgen Funke sagten, auch durch den zuletzt gegenüber dem Dollar schwächeren Euro. Rohöl wird an den internationalen Märkten in Dollar bezahlt.

Verlässliche Prognosen für die weitere Entwicklung der Preise in diesem Jahr seien angesichts des weltpolitischen Umfeldes, aber auch wegen der anhaltenden Trockenheit schwierig. Dass die Binnen-Schifffahrt und damit auch der Transport von Heizöl auf den Flüssen komplett eingestellt werden muss, erwartet man beim VEH nicht. Generell sei in diesem Jahr nicht mit sinkenden Preisen, aber auch nicht mit einer Preisexplosion bei Öl in Richtung 100 Dollar zu rechnen.

Nach wie vor heizt gut ein Viertel der deutschen Haushalte mit Öl. Allerdings hat sich die Zahl der Ölheizungen seit 1998 um rund 900 000 auf knapp 5,6 Millionen reduziert. Der Verbrauch ist sogar um mehr als 50 Prozent auf 15,2 Millionen Tonnen gesunken, dadurch hätten sich auch die CO2-Emissionen halbiert. Es könnte mit Blick auf den Klimaschutz allerdings noch bedeutend mehr sein. Denn fast 60 Prozent der Ölheizungen in Deutschland sind älter als 20 Jahre und damit wenig verbrauchsfreundlich. Der Austausch solcher Anlagen senkt den jährlichen Energieverbrauch laut VEH um 28 bis 50 Prozent.

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