Wirtschaft

Lebensmittel Größte deutsche Kette will mit eigenen „Naturkind“-Filialen ins wachsende Segment einsteigen / Umsatz legt kräftig auf 53,6 Milliarden Euro zu

Edeka tritt gegen Bio-Supermärkte an

Hamburg.Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka will im Einzelhandel künftig auch als Betreiber von Bio-Supermärkten mitmischen und nimmt den Wettbewerb mit Alnatura & Co auf. Unter dem Namen „Naturkind“ soll im Spätsommer in Hamburg ein erster Laden eröffnet werden, kündigte Vorstandschef Markus Mosa gestern an. „Dies ist der richtige Weg, weil Kunden bestimmte Sortimente in Fachmärkten suchen.“

Wenn das Konzept funktioniere, solle damit in der genossenschaftlich organisierten Gruppe expandiert werden, kündigte Mosa an. „Am Start sind wir langsam, aber wenn wir ins Rollen kommen, schwer aufzuhalten.“

Parallel soll der Einstieg in den Drogeriemarkt, den Edeka mit der regionalen Hamburger-Kette Budnikowsky vorantreibt, in diesem Jahr mit bis zu 15 Märkten vor allem in Süddeutschland und „vielleicht noch Berlin“ fortgesetzt werden. Mit eigenen Drogerie-Märkten, die ein üppigeres Sortiment als Abteilungen in Edeka-Läden haben, tritt der Händler bundesweit gegen dm, Rossmann & Co an.

Strategie birgt Risiken

Das Wachstum durch Neueröffnungen ist wichtig für Edeka, weil das Bundeskartellamt dem Handelsriesen angesichts seiner ohnehin dominanten Marktposition kaum noch Spielräume für Zukäufe lässt. Außerdem ist Edeka im Gegensatz zu den international agierenden Konkurrenten wie Rewe, Aldi, Lidl oder dm nur im deutschen Markt aktiv. Wenn er seine Marktstellung nennenswert ausbauen will, muss der Handelsriese deshalb neue Geschäftsfelder etwa im Bio- oder Drogeriemarktbereich erschließen. Das ist allerdings nicht ohne Risiko. Auch der Rivale Rewe hatte versucht, unter dem Namen Temma eine eigene Biomarkt-Kette zu etablieren, war damit aber letzten Endes gescheitert.

Die Konsumlust der Bundesbürger hat Edeka 2018 ein kräftiges Wachstum beschert. Der Umsatz des Verbundes erhöhte sich um 3,2 Prozent auf 53,6 Milliarden Euro. Motor des Wachstums seien die selbstständigen Unternehmer unter dem Edeka-Dach gewesen, deren Umsätze mit 27,6 Milliarden Euro um 4,9 Prozent über dem Vorjahr lagen.

In einem wachsenden Gesamtmarkt hat Edeka seine Marktanteile 2018 ausgebaut. Sie legten demnach um 0,4 Prozentpunkte auf 20,4 Prozent zu. Auch die Discount-Tochter Netto behauptete sich in einem intensiven Wettbewerb mit 7,9 Prozent Marktanteil (plus 0,1). Die Gruppe gehört mit 376 000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebebern in Deutschland. dpa