Wirtschaft

Nahrungsmittel Sanierung des Rohstoffhändlers verzögert sich

ED&F Man belastet Südzucker

Archivartikel

Mannheim.Der englische Rohstoffhändler ED&F Man kämpft gerade mit seiner Sanierung – das zieht auch Großaktionär Südzucker in Mitleidenschaft. Man werde im laufenden dritten Quartal zwischen 140 und 180 Millionen Euro auf die 35-prozentige Beteiligung abschreiben, die mit 224 Millionen Euro in den Büchern steht, teilte der Konzern mit.

Geschäft außerhalb Europas

Südzucker ist seit dem Jahr 2011 an ED&F Man beteiligt, zu Beginn waren es rund 25 Prozent. Das Unternehmen erhoffte sich einen Zugang zum weltweiten Handelsnetz von ED&F Man und damit eine Plattform für den Ausbau des eigenen Geschäfts außerhalb Europas. Von dem internationalen Kurs ist Südzucker mittlerweile wieder abgewichen.

ED&F Man steckt in der Krise. Im Geschäftsjahr 2019/20 (Ende September) häuften sich Verluste an. Die Gläubiger hatten sich in letzter Sekunde auf eine Umschuldung der milliardenschweren Verbindlichkeiten eingelassen. Das britische Traditionsunternehmen, 1783 in London gegründet, will sich künftig ganz auf das Handelsgeschäft konzentrieren. Verlustreiche Beteiligungen wie an Zuckermühlen in Mexiko sollen veräußert werden. Wegen der Corona-Pandemie ist das allerdings schwieriger als erwartet. Südzucker wolle die Entwicklung weiter beobachten, sagte ein Sprecher. Ob sich an der Höhe der Beteiligung etwas ändern könnte, dazu äußerte er sich nicht.

Auch der Mannheimer Konzern spürt Corona deutlich. Während es bei Tiefkühlpizza Zuwächse gibt, leidet das Geschäft mit Portionspackungen für Cafés. Bei der Tochter CropEnergies konnten Umsätze mit Ethanol für Desinfektionsmittel die Einbußen bei Kraftstoffen nicht ausgleichen.

Zum Thema