Wirtschaft

Eichbaum stoppt Abfüllung mit Flaggen-Kronkorken

Mannheim.Was als nette, harmlose Werbe-Aktion gedacht war, ist für die Eichbaum-Brauerei in einer Marketing-Katastrophe geendet. Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft hatte das Mannheimer Unternehmen Kronkorken mit den Flaggen der 32 teilnehmenden Nationen verziert – darunter auch die von Saudi-Arabien. Das Problem: Auf der Nationalfahne steht in arabischer Schrift das muslimische Glaubensbekenntnis. Die Folge war zunächst eine durch die sozialen Netzwerke tobende Welle der Entrüstung unter gläubigen Muslimen. Als sich Marketing-Chef Holger Vatter-Schönthal am Mittwoch öffentlich entschuldigte folgte der nächste Empörungssturm. Dieses Mal durch deutsche Internetnutzer, die die Eichbaum-Entschuldigung scharf kritisierten. Eichbaum hat sich daher am Freitag dazu entschlossen, mit sofortiger Wirkung die weitere Produktion der Länderflaggen-Abfüllung zu stoppen.

Nach Angaben der Brauerei ist die bisher an den Handel gelieferte Menge an Flaschen mit saudi-arabischen Kronkorken niedrig. Nur jede 171. Flasche trage den Kronkorken von Saudi-Arabien. "Der Außendienst ist aktuell dabei, die Paletten im Handel zu sichten und die betroffenen Flaschen auszusortieren", teilte das Unternehmen auf Nachfrage mit. "Wir gehen davon aus, dass sich nach dem Wochenende kaum noch Flaschen im Handel befinden."

Auch im Internet hat Eichbaum Konsequenzen gezogen. Am Freitag wurden die auf Facebook veröffentlichte Entschuldigung vom 9. Mai und die dazugehörigen Kommentare gelöscht und ein neuer Text platziert. "Die Meinungen an sich kommentiert Eichbaum nicht, es gilt das Recht der freien Meinungsäußerung", so das Unternehmen. Allerdings seien unter den Kommentaren auch Angriffe dabei, die den Rahmen einer Straftat einnehmen. Um weitere Beleidigungen zu verhindern, habe Eichbaum die Änderung in Facebook vorgenommen. "Dies geschah auch auf Anraten der Öffentlichkeitsabteilung der Polizei und des zuständigen Staatsschutzes."

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