Wirtschaft

Finanzen Sparkassen-Verbandspräsident Helmut Schleweis drängt darauf, den Sektor neu aufzustellen / Rettungspaket für kriselnde NordLB

„Eine zentrale Landesbank wäre ausreichend“

Frankfurt.„2019 wäre mir schon recht“, sagt Helmut Schleweis (Bild) – und weiß natürlich, dass dies illusorisch ist. Aus den noch fünf verbliebenen Landesbanken des Sparkassensektors sollte nur noch eine werden, sagt der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giro-Verbandes (DSGV) im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. „Für Deutschland wäre eine zentrale Landesbank ausreichend.“ Von einer Super-Landesbank will der gebürtige Heidelberger und ehemalige Chef der Heidelberger Sparkasse nicht sprechen. Es geht ihm um einen Dienstleister für die Sparkassen und ihre Kunden, etwa für das Auslandsgeschäft oder in der Vermögensverwaltung. „Wir müssen uns auf den Weg dahin machen.“

Schleweis ist klar, dass ein Zeitpunkt für eine zentrale Landesbank noch nicht absehbar ist. „Aber die Zeit ist reif.“ Man habe es ja schon geschafft, aus ehemals zwölf heute fünf Landesbanken zu formen. Institute mit ihren regionalen Modellen machten nur Sinn, wenn sie regionale Vorteile hätten. „Das gilt für Sparkassen, aber nicht für Landesbanken“, ist Schleweis überzeugt. Es geht ihm um mehr Effizienz und den Abbau von Doppelstrukturen.

Der DSGV-Präsident weiß um viele Widerstände, glaubt aber, dass nicht nur die großen Sparkassen hinter seiner Idee stehen. Wie will er die Politik und damit die jeweiligen Landesregierungen für seinen Vorschlag gewinnen? „Durch Überzeugungsarbeit“, sagt der DSGV-Präsident knapp. Mit einzelnen Landesbanken beschäftige er sich nicht, so Schleweis. „Mein Job ist die Weiterentwicklung des gesamten Sparkassen-Sektors, und dafür mache ich Vorschläge.“ Am Ende müssten die Eigentümer der Landesbanken und damit die Politik die Entscheidungen treffen. Eine zentrale Landesbank sollte aber nach Ansicht von Schleweis vor allem von den Sparkassen getragen werden.

Marode Schiffskredite

Dass er sich aber mitunter doch mit einzelnen Landesbanken beschäftigen muss, zeigt die Entwicklung bei der HSH Nordbank im vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung bei der NordLB, die durch marode Schiffskredite in Schieflage geraten ist. Zusammen mit dem Land Niedersachsen hat der DSGV in der vergangenen Woche ein Rettungspaket mit einem Volumen von 3,7 Milliarden Euro erarbeitet. 2,5 Milliarden Euro kommen vom Land Niedersachsen, 1,2 Milliarden Euro muss der Sparkassen-Sektor beisteuern. 400 Millionen bringen die norddeutschen Sparkassen ein, 400 Millionen die Landesbanken und 400 Millionen kommen von allen rund 390 Sparkassen. Gleichzeitig soll die NordLB ihr Portfolio von maroden Schiffskrediten bis zum Jahresende abstoßen. (Bild: dpa)