Wirtschaft

Handel Supermärkte sorgen für Mindestabstand von 1,5 Metern

Einkaufen bleibt auf jeden Fall erlaubt

Archivartikel

Mannheim/Berlin/Stuttgart.Selbst wenn es zu einer Ausgangssperre kommen sollte, dürfen Menschen einkaufen gehen. Das bestätigte ein Sprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums auf Anfrage. „Wichtig ist: Noch sind Ausgangssperren kein Thema“, sagte er am Freitag. Die Gesundheitsversorgung und die Versorgung mit Lebensmitteln blieben gesichert. Die Situation um Hamsterkäufe hatte sich zum Wochenende hin zugespitzt. „Die Lieferketten funktionieren und die Waren sind da“, sagte zudem der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, Christian Böttcher, in Berlin. Die Lebensmittel würden sich in den Lagern befinden, „und wir tun alles dafür, die Ware in die Regale zu bekommen“, so Böttcher. Und: „Es gibt genug zu essen.“

Falschmeldungen im Netz

Der Discounter Netto warnte indes vor Falschmeldungen in sozialen Medien. So werde über WhatsApp vor einer Schließung von Lebensmittelmärkten gewarnt. Dies entbehre jeder Grundlage. Spezielle Sicherheitsvorkehrungen der Händler sollen unterdessen die Ansteckungsgefahr in den Läden einzudämmen. So würden an den Kassen nach und nach Schutzscheiben aufgebaut, um die Mitarbeiter zu schützen, hieß es etwa bei Aldi, Penny und Rewe. In vielen Geschäften werden Kunden zudem gebeten, einen Abstand von 1,50 Metern zu anderen einzuhalten.

Die Geschäfte müssen nach einer Verordnung des Landes Baden-Württemberg sicherstellen, dass Warteschlangen vermieden und Hygiene-Vorschriften eingehalten werden. In einer Verfügung der Stadt Mannheim heißt es zudem, in den Betrieben dürften nur so viele Personen aufhalten, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann.

In einer Mannheimer Edeka-Filiale regelt eine Mitarbeiterin den Einlass. Vor der Eingangstür steht sie mit Mundschutz. „Sobald einer rausgeht, kann ich jemanden reinlassen“, sagt sie. Höchstens 40 Menschen dürften sich im Laden aufhalten. Auch draußen achtet sie auf die Kundensicherheit. „Entschuldigung – bitte halten Sie den Abstand ein“, ruft sie einem Kunden zu. Den Freitag über sei alles geordnet abgelaufen, erklärt sie.

In einer Mannheimer Aldi-Filiale bot sich am Morgen hingegen ein anderes Bild: Obwohl mit Schildern darum gebeten wurde, den Mindestabstand einzuhalten und das Personal im Kassenbereich darauf auch achtete, standen Kunden zwischen den hinteren Regalreihen dicht an dicht in Warteschlangen.

Der Verband des Lebensmittelhandels erklärt, dass sich Einzelhändler und Lieferanten momentan über Bewerbungen freuen würden. „Wir können gerade jede helfende Hand gebrauchen“, sagt Böttcher. Menschen, die wegen der Corona-Krise also momentan keine Arbeit haben, sollten sich demnach melden. „So können wir weiterhin die Regale füllen.“ Teilweise verbünden sich Unternehmen in Zeiten der Corona-Krise. Laut Aldi Süd helfen Mitarbeiter der Fastfood-Kette McDonald’s in Aldi-Filialen aus.

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