Wirtschaft

Hauptversammlung Frank Mastiaux verteidigt Anstrengungen beim Ausstieg aus fossiler Energieerzeugung

EnBW-Chef: Respekt vor Klimaschützern

Archivartikel

Karlsruhe.Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) sieht sich bei der Reduzierung des Treibhausgases CO2 auf Kurs – Klimaschützern geht das Umsteuern dagegen nicht schnell genug voran. Bei der Hauptversammlung des Konzerns gestern in Karlsruhe forderte der kritische Aktionär Harry Block eine schnelle Umrüstung der Kohlekraftwerke auf Gasbetrieb. Der „Fridays for Future“-Aktivist Simon Baumgart verwies auf die gravierenden Folgen des Klimawandels. „Sie und ich sind nicht nur unbeteiligte Zeugen.“ EnBW sei Mitverursacher des Klimawandels. Er forderte die sofortige Abschaltung mehrerer Kohlekraftwerke.

Neue Arbeitsplätze geplant

Vorstandschef Frank Mastiaux verteidigte die Anstrengungen seines Unternehmens zum Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung, sagte aber auch: „Ich habe einen Riesenrespekt davor, dass Sie sich für die junge Generation so klar positionieren.“ Er wünsche sich, dass die jungen Leute auch dann demonstrieren, wenn EnBW etwa bei der Planung von Windenergieanlagen auf massiven Widerstand treffe.

Seit 2012 sei die CO2-intensive Energieerzeugung, vor allem Kohlekraftwerke, um 40 Prozent reduziert worden, sagte Mastiaux. „Ökologisch verringern wir konsequent und Schritt für Schritt unseren CO2-Fußabdruck“, versprach der Vorstandschef.

EnBW plant in diesem Jahr das stärkste Ergebniswachstum seit einem Jahrzehnt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (adjusted Ebitda) soll 2019 zwischen 2,35 und 2,5 Milliarden Euro liegen, sagte Vorstandschef Mastiaux. Das wäre eine Steigerung um neun bis 16 Prozent. 2018 hatte das Ebitda 2,16 Milliarden Euro betragen.

Mastiaux kündigte Investitionen von zwölf Milliarden Euro im Zeitraum von 2021 bis 2025 an, davon 80 Prozent auf Wachstumsfeldern wie erneuerbaren Energien oder kritischer Infrastruktur. Auch einige Hundert neue Arbeitsplätze sollen entstehen. dpa